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Mittlere Städte von Überhitzung bedroht

Kauf- und Mietpreise klaffen auch in Freiburg weit auseinander
Bild: Pino Madeo ⁄

Deutschland droht keine landesweite Immobilienblase, doch Städte mittlerer Größe sind weitaus stärker in Gefahr als die Metropolen. Das zeigt der aktuelle Angebotsindex IMX von ImmobilienScout24. Die langfristige Analyse zeigt: Kauf- und Mietpreise klaffen vor allem in Regensburg, Freiburg und Erlangen weit auseinander.

Das Thema „Immobilienblase“ ist in der Diskussion, auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble warnt bereits vor einer gefährlichen Entwicklung.

Der aktuelle Immobilienindex IMX macht deutlich: Im Bundesdurchschnitt bewegen sich Mieten und Kaufpreise für Bestandswohnungen parallel, jeweils + 5,3 Prozentpunkte im Jahresvergleich. Diese Daten belegen, dass der Immobilienmarkt in Deutschland gegenwärtig keinen flächendeckenden Trend in Richtung Immobilienblase erkennen lässt.

Hohe Kaufpreise in den Großstädten

In den deutschen Metropolen dagegen haben sich Eigentumswohnungen zum Teil deutlich stärker verteuert als die Mieten. So stiegen in Berlin die Preise für Bestandswohnungen innerhalb eines Jahres um 15,6 Prozentpunkte, die Mieten „nur“ um sieben. Eine isolierte Betrachtung der Preisentwicklung allein ist jedoch nicht aussagekräftig.

Michael Kiefer, Chefanalyst bei ImmobilienScout24: „Es wäre ein Trugschluss, der Hauptstadt eine beginnende Preisblase zu attestieren. Denn es spielen noch weitere Faktoren eine entscheidende Rolle, darunter insbesondere die Entwicklung der Nachfrage. Da nicht abzusehen ist, dass das Interesse an Immobilien an der Spree nachlassen wird, kann man hier auch nicht von einer Blasenbildung sprechen.“

Mittelstädte stärker in Gefahr

Einige Städte mittlerer Größe, in denen keine stetig wachsende Nachfrage gesichert ist, sind bezüglich einer regionalen Überhitzung eher gefährdet.

Die langfristige Analyse zeigt: Kauf- und Mietpreise klaffen vor allem in Regensburg, Freiburg und Erlangen weit auseinander, aber auch in Augsburg und Ingolstadt. Zudem fallen traditionell gut bürgerliche Mittelstädte wie Bonn, Münster, Mainz und Wiesbaden auf.

„Bei der Beobachtung der gefährdeten Immobilienmärkte sollte man die Aufmerksamkeit eher auf die Mittelstädte richten, da dort bereits jetzt vereinzelt höhere Preise bezahlt werden, als aus Renditesicht sinnvoll ist“, so Kiefer.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Immobilienblase

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