Auch im dritten Quartal 2018 hat sich der Preisanstieg auf dem deutschen Immobilienmarkt fortgesetzt. Der Immobilienpreisindex des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) legte im Vergleich zum dritten Quartal 2017 um 7,3 Prozent zu. Doch die Preise steigen langsamer: Im zweiten Quartal hatte der Index noch um 8,3 Prozent und im ersten Quartal um 8,8 Prozent zugelegt.

Doch es sei zu früh, von einer Trendwende zu sprechen, sagte vdp-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt. "Setzt sich diese Entwicklung jedoch fort, bestätigt sie unsere zu Jahresbeginn aufgestellte Prognose eines verlangsamten Preisanstiegs."

Der Verband deutscher Pfandbriefbanken hatte bereits nach dem ersten Quartal 2018 prognostiziert, dass sich die Preisdynamik bundesweit spürbar abschwächen wird.

Wohnimmobilienpreise: Diskrepanz zwischen Top 7 und anderen Ballungsräumen wird kleiner

Wohnimmobilien haben sich im vdp-Immobilienpreisindex im dritten Quartal 2018 im Schnitt um 7,4 Prozent verteuert verglichen mit dem dritten Quartal 2017. Der Preisanstieg bei Mehrfamilienhäusern betrug 6,8 Prozent. Die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser stiegen um 8,7 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal 2017. Der Anstieg der Preise für Eigentumswohnungen fiel mit 6,1 Prozent etwas geringer aus.

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Die starken Bevölkerungszuwächse der vergangenen Jahre vor allem in den Metropolen und Schwarmstädten Deutschlands führen laut vdp zu einer nach wie vor hohen Nachfrage nach Wohnraum. Doch die Diskrepanz zwischen den Wachstumsraten der Top-7-Märkte und dem Gesamtmarkt sei weniger ausgeprägt als in den Vorquartalen.

Auch die Ballungsräume außerhalb der Top 7 haben mittlerweile hohe Preissteigerungen erreicht während es für die Top-7 Anzeichen für ein Abflachen des Wachstums gibt. Dementsprechend stiegen die Preise für selbst genutztes Wohneigentum in den Metropolen um 7,5 Prozent, und damit weniger stark als der gesamtdeutsche Durchschnitt.

Auf dem Mietwohnungsmarkt beobachtet der vdp wenig Anzeichen für eine Entspannung. Die Neuvertragsmieten stiegen gegenüber dem Vorjahresquartal um 4,8 Prozent.

Nachfrage nach Büroimmobilien bestimmt gewerblichen Markt

Die Preise für gewerbliche Immobilien sind im dritten Quartal 2018 nach Berechnungen des vdp um 6,8 Prozent gestiegen. Hier bestimmt nach wie vor die Nachfrage nach Büroimmobilien das Geschehen. Der entsprechende Preisindex legte um 9,6 Prozent zu. Diese Nachfrage trifft auf sinkende Leerstände und eine relativ geringe Neubautätigkeit, was die Neuvertragsmieten auch für Büroflächen steigen ließ sie verteuerten sich um 6,1 Prozent.

Auch bei Investoren sorgt die Aussicht eines stabilen Cash-Flows aus der Vermietung und der Mangel an alternativen Investments zu einer weiter stabilen Nachfrage. Die Folge: Die Renditen haben erneut nachgegeben. Der entsprechende vdp-Teilindex sank um 3,1 Prozent.

Deutlich verhaltener entwickelten sich die Preise für Einzelhandelsimmobilien, die sich gegenüber dem Vorjahresquartal nur um 1,5 Prozent verteuerten. Vor allem der Vermietungsmarkt trägt hier laut vdp zum schwachen Ergebnis bei. Die zunehmende Konkurrenz durch den Onlinehandel drückt auf die Flächennachfrage. In der Folge gab der Index der Neuvertragsmieten um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal nach.

Auf Investorenseite bleibt die Nachfrage nach Einzelhandelsimmobilien stabil. Das hat auch hier zu sinkenden Renditen geführt: Der Teilindex sank um 1,8 Prozent.

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Schlagworte zum Thema:  Immobilienpreis, Immobilienmarkt, Investment