| Immobilienpreise

Dramatischer Preisrückgang in Hessen

In Marburg gibt es großen Bedarf an Wohnimmobilien
Bild: MEV-Verlag, Germany

Die Immobilienpreise in Hessen sanken zwischen 2003 und 2011 inflationsbereinigt um 17 Prozent. Nominal lag der Rückgang bei vier Prozent. Das rechnete der Verband der Wohnungswirtschaft (VdW Südwest) aus.

Im ländlichen Raum seien die Preise real sogar um mehr als 30 Prozent gefallen, lediglich in den Ballungszentren blieben sie stabil. Auch im Umland der großen Städte seien deutliche Preisrückgänge zu beobachten. Der Preisverfall auf dem Land werde mit immer mehr leerstehenden Immobilien noch zunehmen, sagte Verbandschef Rudolf Ridinger. Dies treffe vor allem Nordhessen.

Der VdW Südwest hatte Regionalstudien zu den hessischen Immobilienmärkten beim Institut Wohnen und Umwelt (IWU) in Darmstadt in Auftrag gegeben. Die Daten basieren unter anderem auf Angebotspreisen aus Internet-Immobiliendatenbanken sowie aus kommunalen Gutachterausschüssen.

Vor allem die Landflucht sorgt für Preisverfall

Grund für die Entwicklung sei die anhaltende Landflucht, sagte Ridinger. Damit ist vor allem der Wohnortwechsel von Studenten und Berufseinsteigern gemeint. Ältere Menschen blieben dagegen häufig noch in ihren Häusern auf dem Land, auch wenn die Kinder ausgezogen seien und ein Ehepartner gestorben ist. Die Folge: Im Werra-Meißner-Kreis liege die durchschnittliche Pro-Kopf-Wohnfläche bei fast 50 Quadratmetern, in Kassel nur bei knapp über 40 Quadratmetern.

Eine weitere Folge: Baufirmen zieht es zunehmend in die Ballungsräume. Im Ballungsraum Frankfurt, in der Region Gießen/Marburg oder in Fulda und Kassel gebe es einen großen Bedarf an Wohnimmobilien. Im Werra-Meißner-Kreis oder in Hersfeld-Rotenburg verlaufe die Entwicklung dagegen genau in die entgegengesetzte Richtung.

In Kassel zeigt sich die Konjunktur auch in steigenden Angebotsmieten mit im Schnitt mehr als sechs Euro pro Quadratmeter. Dabei sei erstmals seit Jahren wieder der Vergleichswert von Fulda (5,90 Euro) übertroffen worden, betonte Ridinger. Der Schnitt für Hessen liegt bei 7,10 Euro pro Quadratmeter und Monat.

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