07.12.2015 | Studie

Gutachterausschüsse: Immobilienpreise in Großstädten steigen weiter

Die Immobilienpreise in Großstädten und Ballungsräumen haben sich 2014 gegenüber 2013 um 7,3 Prozent verteuert
Bild: MEV Verlag GmbH

2014 sind bundesweit 900.000 Immobilien im Wert von 191 Milliarden Euro verkauft worden. Das teilen die amtlichen Gutachterausschüsse mit. Dabei verteuerten sich Wohnungen und Häuser in deutschen Großstädten und Ballungsräumen gegenüber 2013 um 7,3 Prozent, verglichen mit 2009 sogar um knapp 47 Prozent. Der Immobilienverband ZIA sieht dringenden baupolitischen Handlungsbedarf, um das Angebot zu steigern.

"Das konzentriert sich auf die boomenden Großstadtregionen", so Harald Herrmann, Direktor des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung.

Auf dem Land stagnierten oder sanken die Preise. Für Städte und Regionen mit steigenden Bevölkerungszahlen werden jedoch ebenfalls steigende Preise erwartet, wie Siegmar Liebig, Sprecher des Arbeitskreises der Gutachterausschüsse, sagte.

Der Andrang von Flüchtlingen hat auf den Bericht noch keine Auswirkungen, weil die Studie nur bis 2014 reicht. Das Bundesinstitut korrigierte jedoch wegen der Zuwanderung seine Wohnungsmarktprognose nach oben: "Inzwischen gehen wir davon aus, dass wir hierzulande statt der zuletzt von uns prognostizierten 270.000 Wohnungen jedes Jahr eher 350.000 bis
400.000 Wohnungen bauen müssen", so Herrmann.

ZIA sieht dringenden baupolitischen Handlungsbedarf

Der Immobilienverband ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss ist der Meinung, dass die Baupolitik gewährleisten sollte, dass in angespannten Wohnungsmärkten dichter und höher gebaut werden darf, so Dr. Andreas Mattner, Präsident des ZIA. Die anhaltende Wohnungsknappheit sei ein Grund für die Preissteigerungen.

Auch die Normsetzung im Immissionsschutz lege einem nachhaltigen Wachstum Steine in den Weg. Unter anderem die Immissionsrichtwerte seien eine zu starke Einschränkung. „Die hohen Baustandards insbesondere im Bereich der Schallisolierung ermöglichen bereits seit vielen Jahren die flexible Nutzungsmischung ohne Lärmbelästigung für Bewohner und Nutzer. Das wird in der Gesetzgebung bislang überhaupt nicht berücksichtigt“, sagt Mattner.

Das decke sich auch mit den Handlungsempfehlungen des Bündnisses für bezahlbares Wohnen und Bauen.

Überfokussierung des Wohnungsmarktes gefährdet Wirtschaftlichkeit der Städte

Dennoch warnt der ZIA vor einer Überfokussierung der Politik auf den Wohnungsmarkt. Die Urbanität der deutschen Städte werde nur gewährleistet, wenn sie einen ausgewogenen Mix an Wohn-, Arbeits- und Handelsmöglichkeiten bieten.

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