Bulwiengesa widerspricht Frühjahrsgutachten 2017

In einigen deutschen Großstädten soll bald Schluss sein mit dem Mietpreisboom. Prognostiziert wurde der Trendbruch von Empirica im Frühjahrsgutachten des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA). Einwände hat Bulwiengesa: Wertkorrekturen seien nicht unwahrscheinlich, hohe Preiskorrekturen in den Metropolen jedoch unrealistisch. Auch der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) sieht keine Anzeichen eines Preissturzes.

Die Zahl der Baugenehmigungen ist dem Frühjahrsgutachten zufolge vor allem in Hamburg und Berlin deutlich gestiegen: Hier entsprach der Bauüberhang bereits Ende 2015 dem Fünffachen der bisherigen jährlichen Wohnungsproduktion. Bundesbauministerin Dr. Barbara Hendricks stellte für diese Legislaturperiode die Fertigstellung von noch einmal mehr als einer Million Wohnungen in Aussicht.

„Die Wohnungsbaumaschine läuft, immer größere Projekte mit mehreren tausend Wohnungen werden geplant, sind bereits im Bau oder gehen bald in die Vermarktung“, so Simons. Junge Mieter drängten inzwischen in Städte wie Leipzig, Rostock, Erlangen und Regensburg, heißt es im Frühjahrsgutachten. Zu einem ganz anderen Ergebnis kommen CBRE und BerlinHyp, die davon ausgehen, dass der Run auf Berlin ungebrochen sei.

Das steigende Angebot und die rückläufige Zuwanderung seien der Grund dafür, wenn in Berlin, München und möglicherweise Hamburg die Neuvertragsmieten nicht weiter in die Höhe gingen, glaubt wiederum Empirica-Chef Simons. Die aktuellen Kaufpreise ließen sich aber nur mit weiter steigenden Mieterträgen rechtfertigen. Schon eine Stagnation der Mieten werde auf die Kaufpreise zurückwirken.

„Nach unserem Dafürhalten ist in Berlin sicherlich, in München wahrscheinlich und in Hamburg und Frankfurt möglicherweise mit einem Trendbruch bei den Kaufpreisen zu rechnen.“ (Professor Harald Simons)

„Die Angebotsseite der Immobilienwirtschaft ist durch zahlreiche Regulierungen betroffen, welche die Herstellungskosten des Wohnungsbaus in die Höhe treiben“, ergänzte im Frühjahrsgutachten Professor Dr. Lars Feld von der Universität Freiburg und ebenfalls Immobilienweiser. Dadurch werde die Bereitstellung bezahlbaren Wohnraums zunehmend zur Herausforderung. Entsprechend kritisch bewertete Feld die im März 2016 eingeführte Wohnimmobilienkreditrichtlinie und die geplante Einführung von Instrumenten zur Prävention von Preisblasen am Immobilienmarkt.

„Bislang besteht im Hinblick auf die Entwicklungen der Preise und Wohneigentumsfinanzierungsstrukturen kein Bedarf für einen staatlichen Markteingriff." (Professor Lars Feld)

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