Die Immobilienpreise steigen in ganz Hessen, im Süden mehr als im Norden – Spitzenreiter ist Frankfurt Bild: PhotoDisc Inc.

Wohnungen und Häuser in Hessen sind 2017 noch einmal deutlich teurer geworden. Dabei ist der Markt deutlich zweigeteilt, was die Immobilienpreise angeht. Verteuerten sich in Südhessen etwa Einfamilienhäuser in den vergangenen fünf Jahren um durchschnittlich sieben Prozent pro Jahr, waren es im Norden des Landes nur 4,5 Prozent, wie die Zentrale Geschäftsstelle der Gutachterausschüsse des Landes Hessen (ZGGH) mitteilt.  

In Nordhessen kostete ein Einfamilienhaus im Jahr 2012 im Durchschnitt noch 148.000 Euro – 2017 waren es bereits 183.000 Euro, wie die ZGGH mitteilte. Zum Vergleich: In Südhessen kostete ein Einfamilienhaus 2017 im Durchschnitt 380.000 Euro. Der Preisanstieg fiel mit 4,5 Prozent in Nordhessen deutlich geringer aus.

Spitzenreiter bei Quadratmeterpreisen für Eigentumswohnungen bleibt Frankfurt

Bei neu gebauten Eigentumswohnungen betrugen die Preissteigerungen in Südhessen neun Prozent pro Jahr. Hier ist die Differenz noch krasser: In Nordhessen wurden sie in den vergangenen fünf Jahren lediglich um etwa vier Prozent im Jahr teurer. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis betrug 2017 rund 2.800 Euro, in Südhessen lag der Quadratmeterpreis 2017 bei etwa 4.400 Euro.

Spitzenreiter bei Quadratmeterpreisen für Eigentumswohnungen bleibt Frankfurt am Main. In der Stadt haben sich Wohnungen im vergangenen Jahr weiter deutlich verteuert. 2016 kostete eine neue Eigentumswohnung in Frankfurt den Gutachterausschüssen zufolge im Schnitt knapp unter 5.000 Euro pro Quadratmeter.

Für die hohen Preise in der Bankenmetropole sei der steigende Anteil an neuen Wohnungen in Hochhäusern verantwortlich, wie die Stadt mitteilte. In einem Gutachten im Herbst 2017 gingen die Ausschüsse davon aus, dass in Wohnhochhäusern einen Durchschnittspreis von knapp 8.000 Euro pro Quadratmeter erzielt wird. Wohnhochhäuser liegen im Trend. Der Frankfurter Planungsdezernent Mike Josef (SPD) will die Details im Bericht zum "Frankfurter Immobilienmarkt 2017" am 16. Januar vorstellen.

Zahl der Verkäufe landesweit gesunken

Da Investoren zumindest kurzfristig mit anhaltend steigenden Immobilienpreisen rechneten, so die Gutachterausschüsse, akzeptierten sie auch sehr hohe Kaufpreise bei bebaubaren Grundstücken, hieß es vorab weiter. Auch bei Gewerbeimmobilien gebe es derzeit Spitzenpreise und Rekordumsätze.

Landesweit sind die Immobilienverkäufe im vergangenen Jahr leicht gesunken. Laut ZGGH wurden 2017 rund 66.000 Häuser, Grundstücke und Eigentumswohnungen verkauft. Im Jahr zuvor waren es noch etwa 69.000.

Schlagworte zum Thema:  Immobilienpreis, Wohnimmobilien

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