Immobilienmarkt: Büroinvestments in Frankfurt toppen alles

Der Run auf deutsche Büroimmobilien ist ungebremst. Laut dem Immobiliendienstleister CBRE wurde 2018 die Rekordsumme von knapp 32 Milliarden Euro investiert. 80 Prozent des Kapitals flossen in die sieben Top-Metropolen, davon alleine 27 Prozent nach Frankfurt am Main. Die Käufer kamen vor allem aus dem Inland. 

Der Fokus der Investoren liegt dabei weiterhin klar auf den Top-7-Standorten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart, die noch einmal 1,9 Prozentpunkte Anteil am Transaktionsvolumen gewonnen haben. Wie begehrt Büroimmobilien in Frankfurt sind, bekräftigt auch das EY-Trendbarometer. Frankfurt ist zudem ein Hotspot für nachhaltig zertifizierte Büroimmobilien, was die Objekte für Investoren ebenfalls interessant macht.

Das Transaktionsvolumen am deutschen Investmentmarkt für Büroimmobilien stieg laut CBRE im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahresergebnis um 15 Prozent und erreichte nach Angaben des Immobiliendienstleisters erstmals ein Volumen jenseits der 30 Milliarden Euro.

Büroinvestmentvolumen nach Standorten


Grafik Büroinvestmentmärkte Q4 2018

Große Einzeldeals maßgeblich am Ergebnis beteiligt

"Der Markt ist als Folge des limitierten Angebots und der hohen Nachfrage von großen Einzeltransaktionen geprägt", sagt Fabian Klein, Head of Investment bei CBRE in Deutschland.

Transaktionen mit einem Volumen von 100 Millionen Euro oder mehr machten rund 60 Prozent des Investitionsvolumens in den Top-7-Städten aus. Die Portfolioquote ist um 4,5 Prozentpunkte auf 14 Prozent zurückgegangen.

Mehr als die Hälfte der Investoren kommt aus Deutschland

Vor allem deutsche Investoren waren laut CBRE im vergangenen Jahr aktiv: Sie hatten einen Anteil von 56 Prozent am Büroinvestmentmarkt. Das sind 7,5 Prozentpunkte mehr als 2017. Der Anteil internationaler Investoren ging dementsprechend zurück, was auf das Anlagevolumen (14 Milliarden Euro) kaum Auswirkungen hatte (minus 1,7 Prozent), da das gesamte Büroinvestmentvolumen 2018 höher ausfiel als im Jahr zuvor.

Einheimische Investoren mit Vorteil bei Kaufentscheidungen

"Wir sehen ein ungebrochen hohes Interesse internationaler Investoren an deutschen Büroimmobilien", sagt Klein.

Da sich aber die Renditekompression verlangsamt habe, erläutert Klein, seien neben der Zahlungsbereitschaft auch Aspekte wie die Transaktionsgeschwindigkeit wichtiger, die dann letztlich über Zuschläge in den Bieterverfahren entscheiden: "Hier haben einheimische Investoren einen gewissen Vorteil, da sie aufgrund ihrer Marktexpertise schneller Entscheidungen treffen können und auch Währungsschwankungen nicht abzusichern sind."

Dabei erfolgen immer mehr Transaktionen inzwischen als Off-Market-Deals, um Bieterverfahren und breite Marktansprachen zu umgehen.

Spitzenrendite im Schnitt stabil bei 3,1 Prozent

Nach Angaben von CBRE ist die durchschnittliche Spitzenrendite in den sieben Top-Metropolen im Vergleich zum Vorjahreswert um knapp 0,1 Prozentpunkte zurückgegangen. Das ist in etwa das Niveau vom dritten Quartal 2018.

Mit weiter sinkenden Leerstandsraten und einer "übersichtlichen Projektpipeline" – beides führt zu Mietsteigerungen und ist eine wichtige Entscheidungsgrundlage für viele Investoren – prognostiziert Klein auch für 2019 ein Transaktionsvolumen am deutschen Büroinvestmentmarkt jenseits der 30-Milliarden-Euro-Grenze.

Laut der Consensus-Umfrage von gif und CRES sind die Vorhersagen für 2019 vor allem für den Leerstandsabbau in Frankfurt (minus 1,6 Prozentpunkte) positiv.


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