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Immobilienkonjunktur steigt weiter an

Die positive Tendenz ist eher Trendwende denn Kurzzeit-Phanömen
Bild: R.B. ⁄

Während das Immobilienklima einen Rückgang erlebt, steigt die Immobilienkonjunktur um knapp drei Prozent auf 218,0 Zählerpunkte. Damit scheint der letzte Höchststand vom Juli 2011 (219,9) in Reichweite. Das ist ein Ergebnis des Monatsberichts der Deutschen Hypo.

Nachdem das Immobilienklima seit November 2012 einen kontinuierlichen Zuwachs von insgesamt 7,8 Zählerpunkten verzeichnen konnte, sinkt es im Februar geringfügig um 0,3 Prozent auf aktuell 121,1 Zählerpunkte. Damit liegt das Immobilienklima weiterhin auf einem relativ hohen Niveau und die positive Tendenz der vergangenen vier Monate scheint eine Trendwende zu sein, die sich im Markt manifestiert.

Industrieklima erstmals besser als Handel

Auch wenn das Gesamtbild auf eine stabile Seitwärtsbewegung des Immobilienklimas hindeutet, entwickeln sich einzelne Segmente dynamisch. So steigen im Februar 2013 sowohl das Handels- als auch das Industrieklima an. Dabei wächst das Handelsklima um über 1,1 Prozent auf aktuell 116,1 Zählerpunkte. Das Industrieklima stellt nach wie vor das volatilste Segment des Immobilienklimas dar. Dennoch spiegelt die stärkste Steigerung des Monats von knapp 12 Prozent auf aktuell 117,6 Zählerpunkte das Vertrauen der Marktakteure wider.

Das Industrieklima überholt damit in absoluten Zahlen zum ersten Mal das Handelssegment und wird ausschließlich vom Wohnklima übertroffen. Die positiven Trends bei Handel und Industrie können durchaus im Kontext des anhaltend starken E-Commerce-Booms der letzten Jahre betrachtet werden. Das Wohnklima verzeichnet zwar einen Rückgang um knapp 2,3 Prozent auf aktuell 166,3 Zählerpunkte, dennoch setzt es den stabilen Trend auf höchstem Niveau seit mehr als zwei Jahren fort.

Das Büroklima sinkt um marginal 0,1 Prozent und beträgt aktuell 105,9 Zählerpunkte. Die kommenden Monate werden zeigen, ob unter den günstigen konjunkturellen Rahmenbedingungen die Trendwende in diesem Segment nachhaltig ist.

Mipim 2013 als Stimmungsbarometer

Während Deutschland sich wirtschaftlich von der Finanzkrise erholt hat, sind andere Märkte noch nicht über den Berg. Spannungen sind in Spanien (Immobilienmarkt) und in Italien (Regierungsblockade) sowie auf Zypern (Finanzsektor) spürbar. Auch diese Entwicklungen werden voraussichtlich die Stimmung auf der kommenden Immobilienmesse Mipim im März in Cannes beeinflussen.

Das Begehren der nationalen und internationalen Investoren nach deutschen Immobilien bleibt hoch. Für besonderes Interesse sorgt die Preisdynamik im Wohnimmobiliensektor, die nach Jahren der Stagnation frischen Wind in den Markt weht. Darüber hinaus tritt der Logistiksektor zunehmend in den Vordergrund. Hier werden nicht nur Core-Objekte gesucht, sondern auch Immobilien aus der vermeintlichen zweiten Reihe stehen immer häufiger im Fokus.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Immobilienkonjunktur

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