Immobilienkonjunktur: Deutscher Reecox stabil Infografik

Der sogenannte Reecox-Index für die deutsche Immobilienwirtschaft zeigt sich aktuell stabil. Über alle sechs von der Deutschen Hypo betrachteten europäischen Länder ist die Entwicklung der Immobilienkonjunktur aber negativ. Am deutlichsten knickte im dritten Quartal 2019 der Reecox in Großbritannien ein.

Die Immobilienkonjunktur wird von der Deutschen Hypo in Zusammenarbeit mit Bulwiengesa seit Anfang 2018 vierteljährlich über den Real Estate Economy Index (Reecox) dargestellt. Der Index bildet die Entwicklung der Immobilienkonjunktur in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Polen, Spanien und den Niederlanden ab und basiert auf einer Befragung von mehr als 1.000 Marktteilnehmern.

Über alle sechs Länder hinweg befindet sich der Reecox für das dritte Quartal bei 229,2 Punkten. Gegenüber dem Vorquartal entspricht das einem Minus von 1,5 Prozent. Sein bisheriges Allzeithoch hatte der Euro-Score Ende 2017 mit rund 250 Punkten erreicht, dann ging es bergab.

"Wir haben in den letzten Jahren einen außergewöhnlichen Zyklus erlebt, der natürlich irgendwann enden muss", erklärt Sabine Barthauer, Vorstand der Deutschen Hypo, die Entwicklung. Aktuell herrsche aber nach wie vor viel Optimismus im Markt – Immobilien seien bei Investoren weiterhin sehr gefragt.

Immobilienkonjunktur Deutschland stabil bei knapp 300 Punkten

Nach einem positiven Auftakt 2019, aber einem deutlichem Rückgang zur Jahresmitte, zeigt der deutsche Reecox im dritten Quartal insgesamt einen stabilen Verlauf, berichtet die Deutsche Hypo: Der Index ging gegenüber dem zweiten Quartal 2019 nur leicht um 0,3 Prozent auf nun 295,6 Punkte zurück. Damit bleibt der Kurs jedoch unterhalb der 300-Punkte-Marke – eine Erholung ist laut Barthauer derzeit nicht in Sicht. Zuletzt stand der deutsche Index im Mai 2019 mit 303,2 Punkten über der 300er-Grenze.

Die anderen europäischen Märkte haben sich sehr unterschiedlich entwickelt. In Großbritannien fiel die Negativentwicklung mit minus 4,7 Prozent am deutlichsten aus, hier wurden zum Ende des dritten Quartals noch 189,5 Punkte notiert, während in Frankreich (plus 1,2 Prozent auf 234,7 Punkte im September) und den Niederlanden (plus 1,5 Prozent auf 234,7 Punkte im September) nennenswerte Steigerungen verzeichnet werden. Einen leichten Anstieg gab es auch in Spanien von 198 Punkten (Stand Juni) auf 199 Punkte (September). In Polen mit aktuell 185 Punkten gab es ebenfalls einen Rückgang, der fiel jedoch mit einem Minus von einem Prozent relativ moderat aus.

Immobilienaktienindex DIMAX leistet wesentlichen Beitrag zur Reecox-Entwicklung

Die Entwicklung des deutschen Aktienleitindex DAX, zuletzt von Rückgängen geprägt, war im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal mit plus 0,2 Prozent leicht positiv. Einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung des Reecox im dritten Quartal leistete der deutsche DIMAX, der Index der börsennotierten deutschen Immobiliengesellschaften. Mit einem Anstieg um insgesamt 5,9 Prozent auf nun 867,6 Punkte wird der deutliche Rückgang im zweiten Quartal teilweise abgefangen.

Entgegen der tendenziell positiven Verläufe auf den Aktienmärkten haben sich aber nach Angaben der Deutschen Hypo die Erwartungen an die deutsche Wirtschaftskraft weiterhin abgekühlt: Das Geschäftsklima des European Sentiment Indicator (ESI) fiel im dritten Quartal um 3,1 Prozent auf nun 99,4 Punkte. Damit steht das Geschäftsklima das erste Mal seit Juli 2013 unterhalb der Marke von 100 Punkten.


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