Seit Mitte 2016 ging es mit der europäischen Immobilienkonjunktur steil nach oben. Ende 2017 erreichte der Euro-Score des Reecox der Deutschen Hypo mit rund 250 Punkten ein Allzeithoch. Im ersten Quartal 2018 dann der Sturzflug: Der Score ging um 8,1 Punkte auf 241,6 Zähler zurück. Diese Tendenz scheint vorerst gestoppt: Im zweiten Quartal liegt der Euro-Score wieder bei 246,5 Punkten. Ein Trend?

Nein, ein klarer Trend nach oben ist derzeit nicht zu erkennen, schreibt die Deutsche Hypo, auch wenn die Immobilienkonjunktur mit dem aktuellen Ergebnis in den sechs untersuchten Ländern (Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Polen, Spanien und den Niederlanden) auf einem der höchsten Stände aller Zeiten positioniert. Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht der Stand von 246,5 Punkten einem Wachstum um zwei Prozent (4,9 Punkte).

"Es scheint fast so, als könne den Markt nichts erschüttern. Dabei gibt der andauernde Handelsstreit zwischen den USA und China sowie Europa durchaus Anlass zur Sorge", sagt Sabine Barthauer, Vorstand der Deutschen Hypo. "Ein Wegbrechen des freien Handels hätte fatale Folgen – nicht nur für die Immobilienwirtschaft."

Immobilienkonjunktur Deutschland: DAX treibt positive Entwicklung

Die Immobilienkonjunktur in Deutschland schließt das zweite Quartal 2018 im Reecox der Deutschen Hypo mit 310,7 Punkten ab. Das sind 1,7 Prozent mehr als im Vorquartal (305,5 Punkte). Einen deutlichen Anstieg gab es im April (plus 1,4 Prozent). Im Mai lag die Steigerung noch bei 0,4 Prozent. Im Juni gab es einen leichten Rückgang um 0,2 Prozent.

Treiber der insgesamt positiven Entwicklung sind laut Deutsche Hypo unter anderem die Erholung des DAX, der im Quartalsvergleich um 1,9 Prozent zulegte. Auch hier schwächte sich die Entwicklung aber im Juni ab: Am letzten Handelstag lag der Schlusskurs des deutschen Aktienleitindex bei 12.325,1 Punkten, was im Vergleich zum Schlusskurs im Mai einem Minus von 2,7 Prozent entspricht.

Der Anstieg der Immobilienkonjunktur in Deutschland "zeigt, dass wir im aktuellen Zyklus das Hochplateau noch lange nicht verlassen haben", kommentiert Ingo Albert, Leiter der Geschäftsstelle Frankfurt der Deutschen Hypo. Der Deutsche-Hypo-Index zum Immobilienklima in Deutschland im Juni im Vergleich zu Mai erneut nachgegeben. Und im Juli 2018 war die Stimmung in der Immobilienbranche auf neuem Tiefstand.

Deutlicher Anstieg der Immobilienkonjunktur in Großbritannien

Mit Ausnahme der Niederlande verlief die Entwicklung in allen sechs für den Reecox untersuchten Ländern im Quartalsvergleich positiv. Während sich im Vorquartal die Niederlande mit minus 1,7 Prozent noch überdurchschnittlich präsentierten, verlor Deutschland 2,6 Prozent.

Allen voran geht im zweiten Quartal Großbritannien (UK) mit einem Plus von 3,4 Prozent. Wie Christie & Co kürzlich in einem Bericht darlegte, hat sich in UK trotz der anhaltenden Unsicherheiten wegen des Brexit der Gewerbeimmobilienmarkt positiv entwickelt. Besonders Investoren aus Asien betrachten das Land weiterhin als attraktiven Investmentmarkt.

Im Vergleich zum Mai ist jedoch laut Deutsche Hypo bei allen betrachteten Ländern im Juni eher eine Stagnation, teilweise auch eine leichte Eintrübung zu erkennen. Eine Ausnahme bildet hier Spanien, wo sich die Konjunktur nach einem schwachen Mai wieder erholt hat und im Juni um 1,8 Prozent gewachsen ist.

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