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Immobilienkauf: 91 Prozent der Deutschen suchen in Stadt oder Stadtnähe

Auch wenn Lärm das Ausschlusskriterium Nummer Eins ist: Die meisten Immobilienkäufer zieht es in die Stadt
Bild: Corbis

Mehr als 90 Prozent der potenziellen deutschen Immobilienkäufer suchen direkt in der Stadt (43 Prozent) oder im sogenannten Speckgürtel (48 Prozent) in Stadtnähe. Das ist ein Ergebnis des aktuellen "Immobilienbarometers" von Interhyp und ImmobilienScout24. Gründe sind der Wunsch nach Einkaufsmöglichkeiten (67,4 Prozent) und eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel (59 Prozent).

Der Studie zufolge würde nur knapp jeder Zehnte (9,5 Prozent) aufs Land ziehen. Naturnähe ziehen 46,8 Prozent der Befragten bei der Objektwahl ein. Auf ärztliche Versorgung legen laut der Studie aktuell 38,6 Prozent der Käufer Wert. Rund ein Drittel der Befragten bezieht die Entfernung zum Arbeitsplatz bei der Objektauswahl mit ein.

Bei einer Umfrage von ImmobilienScout24 im Sommer 2015 legte etwa ein Drittel (31 Prozent) der Eigenheimkäufer Wert auf die Nähe zur Natur und auf ein Eigenheim im Grünen, 54 Prozent hatten angegeben, in Stadtnähe leben zu wollen.

Die Top 5-Lagekriterien im Überblick

  1. Gute Einkaufsmöglichkeiten (67 Prozent)
  2. Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel (59 Prozent)
  3. Naturnähe (47 Prozent)
  4. Ärztliche Versorgung (39 Prozent)
  5. Nähe zum Arbeitsplatz (35 Prozent)

Lärm und schlechte Nachbarschaft schrecken ab

2010 wollten laut ImmobilienScout24 noch zwei Drittel aller Befragten (64 Prozent) von einem Hauskauf Abstand nehmen, wenn die Nachbarschaft nicht den Vorstellungen entsprach.

Jetzt ist das am häufigsten genannte Ausschlusskriterium der Lärm, zum Beispiel durch eine große Straße (46,7 Prozent). Die problematische Nachbarschaft ist auf den zweiten Platz gerückt und stört nur noch 36 Prozent der Immobilieninteressenten.

Eine Umfrage von Immowelt unter Maklern zeigte im Frühsommer 2014, dass eine schwierige Nachbarschaft Käufer deutlich mehr abschreckt als Leerstand. 86 Prozent der befragten Makler hatten angeben, dass ihre Mandanten dies als "Knock-Out"-Kriterium Nummer Eins betrachteten.

Als weitere "No Go‘s" in der Umgebung werden in der aktuellen ImmobilienScout24-Studie eine fehlende Garage (22 Prozent) genannt und Objekte ohne Garten (26,9 Prozent).

Die Top 5-Ausschlusskriterien

  1. Lärm (47 Prozent)
  2. Problematische Nachbarschaft (36 Prozent)
  3. Kein Garten (27 Prozent)
  4. Dunkle Räume / wenig Licht (25 Prozent)
  5. Fehlende Garage / kein Stellplatz (22 Prozent)

Für das aktuelle Immobilienbarometer befragten ImmobilienScout24 und Interhyp 2.225 Kaufinteressenten. Die Erhebung fand im Mai 2016 statt.

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Schlagworte zum Thema:  Studie, Immobilienkauf

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