0

| Engel & Völkers Commercial

Immobilieninvestments: Die Zeit der Schnäppchen ist vorbei

Städte wie Bremen rücken immer mehr in den Fokus von Anlegern
Bild: Hans Snoek ⁄

Anlageimmobilien verzeichneten 2015 einen Rekordumsatz von 23,8 Milliarden Euro. Das Ergebnis von 2014 wurde um 22,1 Prozent übertroffen. Doch die Zeit der Schnäppchen sei vorbei, das ergibt der "Wohn- und Geschäftshäuser Marktbericht Deutschland 2016" von Engel & Völkers Commercial. Wegen des knappen Angebots und hoher Kaufpreise in A-Lagen weichen der Studie zufolge viele Investoren nicht nur in B-Standorte, sondern auch C- und D-Standorte aus.

"Der Investitionsfokus war bisher überwiegend auf die Metropolen gerichtet, streift jedoch immer häufiger Städte wie Leipzig, Bremen, Essen oder Nürnberg", so Carsten Rieckhoff, Leiter Research bei der Engel & Völkers Commercial GmbH. Dort sind steigende Verkaufszahlen zu beobachten, wohingegen die Transaktionen in den A-Städten auf sehr hohem Niveau stagnieren.

Metropolen verlieren an Dynamik und Preisstabilität

In den D-Städten stieg der kumulierte Geldumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 33 Prozent auf 748,6 Millionen Euro und macht nun 5,6 Prozent des in den 56 Standorten erfassten Gesamtumsatzes aus. Der Anteil der A-Städte ist von 64 Prozent auf 59 Prozent gesunken.

War noch zu Anfang des Jahres 2015 von einer Stabilisierung der Preise gesprochen worden, zeigen die aktuellen Zahlen ein anderes Bild. Wieder deutlich gestiegen sind die Kaufpreise in den Top-7-Märkten, im Schnitt um sieben Prozent auf 2.973 Euro pro Quadratmeter.

Noch dynamischer entwickelten sich nur die D-Städte mit einem Anstieg um acht Prozent auf 1.529 Euro pro Quadratmeter. Mit durchschnittlich 1.594 Euro ist der Quadratmeterpreis in den B-Standorten gerade einmal 65 Euro teurer.

Kleine Städte – Große Rendite

Laut Untersuchung verstärkt der Blick auf die Faktoren die Betrachtung. Im Zeitraum von 2010 bis 2015 sind die Faktoren in den A-Standorten mit dem aktuell 21,9-fachen der Jahresnettomiete um drei Faktoren höher als 2010. Deutlich günstiger ist es hingegen in den anderen Städteklassen.

So beträgt der Spread zwischen A- und B-Städten im Durchschnitt 6,6 Faktoren. Wie bei den Kaufpreisen lässt sich auch hier außerhalb der sieben Top-Märkte eine zunehmende Angleichung beobachten. In den D-Standorten stiegen die Vervielfältiger seit 2010 im Mittel um 2,6 und lagen im zweiten Halbjahr 2015 beim 14,6-fachen der Jahresmieteinnahmen.

Insgesamt verdeutliche dieser Spread, dass es schwieriger werde in den guten Lagen der A-Standorte noch eine auskömmliche Verzinsung zu erwirtschaften. Höhere Renditen seien in mittleren und immer mehr in einfachen Lagen oder an kleineren Standorten zu erzielen.

Haufe Online Redaktion

Investment, Immobilien

Aktuell

Meistgelesen