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Immobilienfinanzierung: Nachlaufeffekt sorgt für höheres Neugeschäft

Gewerbliche Immobilienfinanzierung: Die größte Wachstumsrate verbuchte die Aareal Bank mit plus 300 Prozent.
Bild: Jones Lang LaSalle

Das Neugeschäftsvolumen für die gewerbliche Immobilienfinanzierung hat im Jahresvergleich laut JLL im ersten Halbjahr 2016 um elf Prozent auf 22,8 Milliarden Euro zugelegt. JLL sieht das als Nachlaufeffekt zum Rekordergebnis aus dem Vorjahr. Dies entspreche der Strategie, die Refinanzierung einer Investition erst zeitlich versetzt nach einer vollständigen Kaufpreisbelegung durch Eigenkapital vorzunehmen.

Unter 14 analysierten Banken führen die HypoVereinsbank und die DG Hyp mit jeweils mehr als drei Milliarden Euro das Ranking an. Mit zusammen 6,8 Milliarden Euro kommen beide auf allein fast ein Drittel des gesamten Neugeschäfts in den ersten sechs Monaten 2016. Die größten Wachstumsraten verbuchten die Aareal Bank (plus 300 Prozent) und die Postbank (plus 200 Prozent). Auch die Berliner Sparkasse erzielte ein deutliches Wachstum mit einer Steigerung um 85 Prozent.

Die Münchner Hypothekenbank (stabiles Neugeschäft) hatte kürzlich mitgeteilt, im zweiten Halbjahr das Neugeschäft weiter ausbauen zu wollen.

Bereitschaft zur Kreditvergabe bei Mehrheit der Institute positiv

Obwohl JLL die Kreditvergabe bei den meisten Instituten positiv bewertet, sieht das Beratungsunternehmen bei den konkreten Kreditgenehmigungen einen Trend zur Ausbildung eines Mainstreams. Der betrifft die Auswahlkriterien der finanzierenden Banken.

Im Umfeld weiter ansteigender regulatorischer Anforderungen an die Berechnung des zugrunde zu legenden Eigenkapitals tendieren viele Banken zu einer Fokussierung der Kreditvergabe auf technisch leicht abbildbare Kreditstrukturen. Eine hohe Komplexität, das Abweichen von Standardprämissen in Bezug auf Markt, Standort oder Gebäudefaktoren sowie hohe Beleihungsausläufe bleiben in der Mehrzahl der Fälle verwehrt. Der Anstieg der Kreditbestände insgesamt kann damit in erster Linie dem hohen Transaktionsvolumen im Investmentjahr 2015 zugeordnet werden.

Einer Studie der International Real Estate Business School (Irebs) zufolge lag die Wachstumsrate für das Neugeschäft 2015 mit knapp 20 Prozent mehr als doppelt so hoch wie 2014.

Schlagworte zum Thema:  Immobilienunternehmen, Neugeschäft, Immobilienbank, Immobilienfinanzierung

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