27.07.2015 | RND

Immer weniger Sozialwohnungen in Deutschland

Wohnblock in Sachsen: Hier ging die Zahl der Sozialwohnungen am stärksten zurück
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

In Deutschland gab es im Jahr 2013 noch 1,48 Millionen geförderte Sozialwohnungen. Das sind rund 63.000 weniger als im Vorjahr, wie das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) berichtet. Mehr als die Hälfte des Rückgangs entfällt auf Sachsen, wo 2013 nur 7.000 Sozialwohnungen vorhanden waren. 2012 waren es noch 42.000. Dem Mieterbund zufolge fehlen zwei Millionen Sozialwohnungen.

Den größten Sprung nach oben bei den Sozialwohnungen hat Brandenburg im Vergleichszeitraum gemacht. Gegenüber 2012 stieg hier im Folgejahr die Zahl der Sozialwohnungen um 67 Prozent auf 65.819 an.

Die stellvertretende Chefin der Linken im Bundestag, Caren Lay, beklagte einen "Kahlschlag im sozialen Wohnungsbau".

Die Parlamentarierin hatte die Bundesregierung in einer Anfrage um Auskunft gebeten. "Mindestens 150.000 neue Sozialwohnungen müssen bundesweit jährlich entstehen", forderte sie laut dem Bericht.

Mehr als die Hälfte des Rückgangs entfiel den Zahlen zufolge auf Sachsen, wo 2013 nur noch 7.000 Sozialwohnungen vorhanden waren.

Mieterbund: Zwei Millionen Sozialwohnungen fehlen

Für Menschen mit geringem Einkommen fehlen in Deutschland nach Berechnungen des Deutschen Mieterbundes mindestens zwei Millionen Sozialwohnungen.

"Um genug Wohnraum für einkommensschwache Haushalte, aber auch für Durchschnittsverdiener zu haben, brauchen wir 3,5 bis vier Millionen Wohnungen", sagte Geschäftsführer Ulrich Ropertz dem Berliner "Tagesspiegel".

Ihm zufolge ist die Tendenz aber sinkend: Jährlich werden es demnach 60.000 bis 80.000 Sozialwohnungen weniger, weil öffentliche Fördergelder auslaufen. Auch in den Neubau werde zu wenig investiert, warnte Ropertz. Anfang der 1990er Jahre habe es bundesweit noch vier Millionen Sozialwohnungen gegeben.

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