23.04.2015 | BNPPRE

Hotelverkäufe in Deutschland legen um 82 Prozent zu

Deutschland hat sich eine Spitzenposition als Ziel für Freizeit- und Geschäftsreisen erarbeitet
Bild: Meyhome ⁄

Der europäische Hotel-Investmentmarkt erreichte 2014 ein Investitionsvolumen von 15,2 Milliarden Euro. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von BNP Paribas Real Estate (BNPRE). In Deutschland legten die Verkäufe gegenüber 2013 um 82 Prozent zu und erreichten mit 3,1 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert.

Die Transaktionen an den fünf wichtigsten Tourismuszielen Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien, die drei Viertel des gesamten Investitionsvolumens auf sich vereinigten, legten gegenüber dem bereits erfolgreichen Vorjahr insgesamt noch einmal um 68 Prozent zu.

Mit einem Anteil von 44 Prozent an den Gesamtinvestitionen dominiert Großbritannien. Der Verkauf großer Trophy Assets sowie Portfolio-Transaktionen sorgten dafür, dass sich das Investitionsvolumen gegenüber 2013 noch einmal fast verdoppelte und 2014 ein neues Rekordhoch von 5,4 Milliarden Euro erreichte.

Nordamerikanische Investoren waren auf dem britischen Markt extrem aktiv mit Portfolio-Transaktionen. Etwas weniger intensiv, doch immer noch sehr lebhaft gestalteten sich die Aktivitäten von Investoren aus Nahost und Asien, deren Interesse sich nach wie vor auf Luxushotels in der britischen Hauptstadt konzentriert.

Auch in Frankreich war die Performance der Hotel-Investments 2014 sehr dynamisch. Hier überschritt das Investitionsvolumen im Hotelsegment mit 2,2 Milliarden Euro die Zwei-Milliarden-Euro-Schwelle, was einer Steigerung um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Markt wurde auch im betrachteten Zeitraum wieder hauptsächlich von ausländischen Investoren getrieben, die einen Marktanteil von 86 Prozent erreichten und deren vorrangiges Interesse Hotels der gehobenen Preiskategorien gilt.

Spanien ist wieder auf Erfolgskurs. Das für 2013 verzeichnete Investitionsvolumen wurde beinahe verdoppelt und erreichte mit 1,1 Milliarden Euro einen Anteil von 17 Prozent am Gesamtvolumen der fünf wichtigsten europäischen Hotelmärkte. Besonders Käufer aus Asien zeigten ein signifikant höheres Interesse: Ihre Investitionen beliefen sich 2014 auf zwei Drittel des von ihnen investierten Gesamtvolumens der vergangenen fünf Jahre. In Italien ist der Markt für Gewerbeimmobilien insgesamt ruhiger.

Zwar bevorzugen Investoren immer noch qualitativ hochwertige Immobilien, doch sehen sie sich inzwischen auch zunehmend nach Objekten um, die höhere Renditen versprechen. Daher dürfte das Investitionsvolumen im Hotelsegment in diesem Jahr weiter zulegen, wenn auch mit etwas geringerem Tempo.

Performance des Hotelsegments verbessert sich stetig

Wie die neuesten vom Marktforschungsunternehmen MKG Hospitality veröffentlichten Daten zeigen, war 2014 mit einer durchschnittlichen Steigerung des RevPAR (revenue per available room) um 3,8 Prozent erneut ein Jahr des Wachstums. Allerdings weisen nicht alle Märkte dieselbe dynamische Entwicklung auf.

Deutschland hat sich eine Spitzenposition als Ziel für Freizeit- und Geschäftsreisen erarbeitet und liegt derzeit in der Liste der weltweit am meisten besuchten Länder auf Platz 7. Internationale Touristenankünfte, die seit 2007 einen Zuwachs von 35 Prozent verzeichneten, legten 2014 gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent zu. Beim RevPAR erreichte der deutsche Hotelmarkt 2014 einen neuen Spitzenwert und übertraf das Niveau von 2007 um 21 Prozent. Getrieben wurde diese Entwicklung von einer ausgewogenen Steigerung bei der Belegungsrate und dem durchschnittlichen Zimmerpreis.

In Großbritannien legte der RevPAR dank deutlicher Steigerungen bei Belegungsrate und durchschnittlichem Zimmerpreis, die 2014 neue Spitzenwerte von 79,2 Prozent beziehungsweise 109,90 Euro erreichten, um sieben Prozent zu. Weitere Zuwächse beim RevPAR dürften von den Zimmerpreisen getrieben werden, da die Belegungsraten an eine Obergrenze stoßen.

Frankreich bleibt mit knapp 85 Millionen internationalen Touristenankünften auch 2014 das meistbesuchte Land weltweit. Der französische Hotelmarkt verzeichnete allerdings im vergangenen Jahr nur ein langsames Wachstum. Die Zimmerpreise mussten zu Jahresbeginn eine Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Punkte verkraften, daher ging der Zuwachs beim RevPAR gegen Null. Da die Belegungsraten die Werte der Vergangenheit nicht erreichten, wurde die Entwicklung des RevPAR vor allem vom durchschnittlichen Zimmerpreis gestützt.

Die Hotelmärkte in Spanien und Italien, wo der RevPAR um zwölf beziehungsweise 15 Prozent unter dem Wert von 2007 liegt, gewinnen erst allmählich wieder an Fahrt. Allerdings zeigten sich 2014 weitere Anzeichen einer Erholung. Die Belegungsraten überschritten historische Höchststände. Lediglich der durchschnittliche Zimmerpreis liegt in beiden Ländern nach wie vor unter Vorkrisenniveau.

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