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Hoteltransaktionen steigen um rund 30 Prozent

Motel One in Berlin
Bild: Motel One

Die Hoteltransaktionen in Deutschland lagen im ersten Quartal 2015 dem Immobiliendienstleister JLL zufolge deutlich über dem Ergebnis der ersten drei Monate 2014: Mit rund 590 Millionen Euro wurde es mehr als verdreifacht. Laut Colliers wechselten Hotelpakete im Wert von rund 450 Millionen Euro den Eigentümer. Auf inländische Investoren entfiel CBRE zufolge ein Transaktionsvolumen von 321 Millionen Euro.

Insgesamt gab es im ersten Quartal 17 Transaktionen, im ersten Quartal 2014 waren es zwölf. In den ersten drei Monaten 2015 summierten sich zwölf Einzeltransaktionen auf rund 245 Millionen Euro (erstes Quartal 2014: 184 Millionen Euro bei elf Einzeltransaktionen).

Zu den größten Einzeltransaktionen zählte der Verkauf des "Sofitel Hamburg Alter Wall" an Art-Invest Real Estate und die Veräußerung des "25hours Hotel Hafencity" als Teil des Überseequartiers Nord in Hamburg an einen deutschen Immobilien-Spezialfonds.

Fünf Portfoliotransaktionen mit einem Volumen von rund 345 Millionen Euro (erstes Quartal 2014: ein Portfolio mit nun Millionen Euro) wechselten den Besitzer.

Fast die Hälfte aller Transaktionen wurde von institutionellen Investoren getätigt. Gemessen am Gesamtvolumen ist diese Anlegergruppe für knapp drei Viertel des Transaktionsvolumens verantwortlich (431 Millionen Euro). Jeweils zwei Transaktionen entfielen auf Immobiliengesellschaften, Hotelbetreiber und vermögende Privatpersonen. Dabei flossen insgesamt 126 Millionen Euro.

Deutsche Anleger dominierten die Kaufaktivitäten. Zwölfmal kamen sie zum Zug, investierten dabei rund 356 Millionen Euro (erstes Quartal 2014: 61 Millionen Euro). Durch die Ankäufe von Foncière des Murs waren französische Investoren die bei weitem stärkste ausländische Anlegergruppe. Mit zirka 211 Millionen Euro lagen sie deutlich vor Investoren aus Großbritannien (elf Millionen Euro).

Colliers: Drei Hotelkategorien gleichauf in der Investorengunst

Auf Käuferseite war die Dominanz internationaler Investoren im vergangenen Quartal nicht mehr so stark ausgeprägt wie im Vorjahr. Lag der Anteil ausländischer Investoren im ersten Quartal 2014 noch bei zwei Drittel, waren es 2015 knapp 52 Prozent am Transaktionsvolumen. Internationale Käufer investierten rund 318 Millionen Euro in deutsche Hotelimmobilien und übertrafen damit die deutschen Anleger knapp, welche Investitionen in Höhe von gut 299 Millionen Euro tätigten.

Auf Verkäuferseite lagen dagegen die nationalen Investoren vorne. Diese veräußerten Hotels für gut 360 Millionen Euro und waren somit für 58 Prozent am Transaktionsvolumen verantwortlich.

Die Hotelkategorien von 2, 3 und 4 Sternen lagen in der Investorengunst fast gleichauf. Mit knapp 175 Millionen Euro (28 Prozent am Transaktionsvolumen) waren es die Hotels der Kategorie 3 Sterne, die sich den ersten Platz sichern konnten.

Knapp dahinter platzierten sich die 2-Sterne-Hotels mit 171 Millionen Euro (28 Prozent) und die 4-Sterne-Hotels mit 168 Millionen Euro (27 Prozent). 102 Millionen Euro (17 Prozent) entfielen auf Transaktionen im Luxussegment. Im Vergleich zum Vorjahr zeigten sich insbesondere die 2-Sterne-Hotels stark. Im Vergleichszeitraum 2014 machten Budgethotels nur sieben Prozent am Transaktionsvolumen aus.

CBRE: Auf deutsche Investoren entfiel ein Volumen von 321 Millionen Euro

Großen Anteil am stark gewachsenen Gesamtvolumen hatten fünf Portfoliotransaktionen; insbesondere der Kauf eines Portfolios mit 22 Hotels in ganz Deutschland durch den französischen REIT Foncière des Murs von der Carlyle Group für 128 Millionen Euro.

Eine weitere großvolumige Transaktion war der Verkauf der Motel One-Häuser in Berlin-Mitte und am Frankfurter Flughafen für 34 Millionen Euro ebenfalls an Foncière des Murs. Französische Anleger hatten den größten Anteil ausländischer Investoren, deren Anteil am Gesamtvolumen bei rund 50 Prozent lag.

Auf deutsche Investoren entfiel ein Transaktionsvolumen von 321 Millionen Euro, nach 112 Millionen Euro im Vorjahresvergleich.

CBRE: Leicht nachgebende Core-Renditen

Zu den bedeutendsten Einzeltransaktionen im vergangenen Quartal gehörte der Verkauf des Sofitel Hamburg Alter Wall, der durch Art Invest Real Estate für den Hotel-Manage to Core-Fonds eines englischen Family Offices durchgeführt wurde.

Patrizia Immobilien hat für ihren Spezialfonds "Hotel-Invest Deutschland 12" das Hotel der Marke "Super8" an der Landsbergerstraße in München erworben, das sich derzeit noch im Bau befindet. Die Hamburger Novum Group erwarb mit einem Gesamtinvestitionsvolumen im oberen einstelligen Millionenbereich drei Hotels in Bremen, Norderstedt und Elmshorn.

Die Renditen im Core-Segment befanden sich weiter unter Druck und sind von 5,25 Prozent im letzten Quartal 2014 auf fünf Prozent im ersten Quartal 2015 gesunken. Im gleichen Zeitraum sanken die Renditen für Büroimmobilien in Berlin, Frankfurt, Hamburg und München um 0,1 Prozentpunkte.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Hotelimmobilie

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