Der Marktwert der investmentrelevanten Hotels in Deutschland ist 2017 gegenüber 2016 um rund sechs Prozent auf 52,6 Milliarden Euro gestiegen, wie eine Marktanalyse von Union Investment und Bulwiengesa zeigt. Im Zehnjahresvergleich hat sich das Hotelmarktvolumen verdoppelt. Wertsteigernd ist unter anderem der Vormarsch der Markenhotellerie, die von den Investoren aktuell bevorzugt wird. Für 2018 wird ein Wachstum des institutionellen Hotelmarktes um etwa fünf Prozent erwartet.

Ausschlaggebend für die Wertsteigerung war der Studie zufolge außerdem ein generell anhaltendes Angebotswachstum, das sich in einem Plus bei den Hotelbettenzahlen von 16,6 Prozent innerhalb der vergangenen zehn Jahre ausdrückt, sowie die gute Performanceleistung der deutschen Kettenhotellerie. Der Umsatz pro verfügbarem Zimmer ist seit 2008 von 49,9 Euro auf 66,7 Euro deutlich gestiegen. Überproportionale Wertsteigerungen entfielen dabei auf Betriebe im Economy- und Midscale-Segment.

"Trotz des Konkurrenzangebotes von Airbnb setzt der institutionelle Hotelmarkt sein Wachstum auf stabilem Niveau unbeirrt fort. Parallel zum traditionellen Hotelmarkt schließt das Wachstum auch neuere Hotelkonzepte ein", sagt Dierk Freitag, Bereichsleiter und Partner bei Bulwiengesa. "Hierzu gehören zum Beispiel Apartmenthotels, die in zunehmendem Maße investmentrelevant sind."

Als investmentrelevantes Angebot wurde für die Studie ein Bestand von rund 375.200 Hotelzimmern ermittelt, die sich auf deutsche Klein-, Mittel- und Großstädte verteilen. Der durchschnittlich ermittelte Wert pro Zimmer lag 2017 bei rund 140.100 Euro. Im Vorjahr lag der entsprechende Wert bei 135.600 Euro.

Rückläufiges Transaktionsvolumen

Dem Volumenwachstum stand 2017 ein rückläufiges Transaktionsvolumen von rund 4,2 Milliarden Euro (2016: 5,2 Milliarden Euro) gegenüber. Wurden 2016 etwa 10,2 Prozent des berechneten Marktvolumens gedreht, belief sich der Wert der gehandelten Hotels 2017 auf acht Prozent.

"Die Bereitschaft von Bestandshaltern, sich von Hotel-Assets zu trennen, ist gegenüber dem Vorjahr signifikant gefallen", sagt Martin Schaller, Leiter Asset Management Hospitality bei der Union Investment Real Estate GmbH. Auch die Produktverfügbarkeit sei gesunken, was die Preise steigen lasse. Laut Schaller lassen sich mit Hotels aber weiterhin überdurchschnittliche Renditen erzielen. Der massive Produktmangel bei Hotelimmobilien bei hoher Nachfrage ist auch das Thema anderer Studien für das erste Quartal 2018.

Der Studie zufolge wird die Zahl der Einzeltransaktionen 2018 weiter zurückgehen. Derweil kommen die Wertzuwächse auch an den C-Standorten an: Sie stoßen laut Schaller bei Betreibern und Entwicklern auf immer größeres Interesse.

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