17.02.2017 | Christie & Co

Hotelimmobilien: Asiatische Investoren auf dem Vormarsch in Europa

Chrsitie & Co berät zunehmend asiatische Investoren, die versuchen, in Europa Fuß zu fassen
Bild: Veer Inc.

Europa bleibt ein attraktiver Investmentstandort, vor allem im Hotelimmobiliensektor – trotz Brexit und Terrorgefahr. Das schreibt Christie & Co im aktuellen "Business Outlook". Im Visier der Anleger: Deutschland. Vor allem heimische institutionelle Anleger sowie Pensionsfonds und Investoren aus dem Ausland seien derzeit an deutschen Hotels interessiert, darunter immer mehr asiatische Anleger, die auch sonst in Europa zunehmend aktiv sind.

„Deutschland bleibt ein Hotelmarkt mit niedriger Volatilität“, sagt Andreas Scriven, International Managing Director & Managing Director Consultancy bei Christie & Co. Entsprechend beliebt seien die Immobilien. Darin sind sich mehrere Immobilienberater einig: dass die Assetklasse an Beliebtheit gewonnen hat. Wie auch in den letzten Jahren überstieg laut Christie & Co die Nachfrage das Angebot.

Die Anzahl an asiatischen Investoren und Betreibern, vor allem aus China, die den Schritt nach Europa wagen, hat laut Christie & Co aus eigener Erfahrung dramatisch zugenommen. Auch berät Christie & Co nach eigenen Angaben immer häufiger Kunden in Europa, die sich der steigenden Anzahl von Gästen aus China anpassen wollen.

Renditedruck bringt Bewegung in den Hotelmarkt

Der daraus resultierende Renditedruck mache es für Hoteleigentümer attraktiver, ihre Immobilien zu veräußern. Der Preisanstieg sei wiederum für Projektentwickler ein Anreiz, neue Hotels auf den Markt zu bringen, heißt es in dem Report.

Das Brexit-Votum hatte laut Christie & Co im Vereinigten Königreich 2016 weniger Auswirkungen auf den Hotelmarkt als befürchtet. „Das schwache Pfund in Folge des Referendums führte zu einer Steigerung der Gästeankünfte, was sich wiederum positiv auf die Hotelumsätze innerhalb und außerhalb Londons auswirkte", so Scriven. Das Interesse am britischen Markt seitens ausländischer Investoren, vor allem aus Asien, hat 2016 aufgrund der günstigeren Wechselkurse insgesamt sogar zugenommen, wie Christie & Co feststellt.

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„Sas Referendum hatte kaum Auswirkungen auf britische Transaktionen“, konstatiert Scriven. Welche langfristigen Auswirkungen der Brexit haben wird, bleibe allerdings abzuwarten, wie Scriven betont.

Terrorismusgefahr: Neue Regionen rücken in den Fokus

Während der Hotelmarkt in Berlin wegen der Terrorgefahr bislang noch keine negativen Auswirkungen zu spüren bekommen habe, kämpften die Märkte in Istanbul, Brüssel, Paris und Nizza bereits mit den Folgen. Paris und die Französische Riviera mussten laut Christie & Co Einbußen bei der Performance hinnehmen, wobei in anderen Regionen Frankreichs kein Rückgang der operativen Kennzahlen zu verzeichnen war und die Transaktionsaktivitäten 2016 im Hotelmarkt nicht abgenommen hatten.

Dennoch sei es immer schwieriger, „sichere“ Tourismusdestinationen auszumachen. „Touristen, die früher in die Türkei oder nach Nordafrika gereist sind, überdenken ihre Reiseziele oft angesichts der anhaltenden Unruhen“, beschreibt Scriven die Situation. Davon profitierten vor allem südeuropäische Urlaubsregionen wie Griechenland, Italien und Spanien.

Spanien erholt sich – Osteuropa wieder im Rampenlicht

Wie aus dem "Business Outlook" hervorgeht, sehen Investoren in Spanien Zeichen einer Erholung. Madrid und Barcelona gelten als besonders wettbewerbsfähige Standorte. Die Preise ziehen wieder an. Doch es gibt Regionen in Spanien, die nach wie vor von wirtschaftlichen Schwierigkeiten betroffen sind. Zudem erwarten Opportunity-Fonds aus den USA in Zukunft in Spaniens attraktivsten Städten eine rückläufige Renditeentwicklung.

„Damit rücken B-Standorte stärker in den Fokus, ebenso wie Italien und Griechenland", sagt Scriven. Einige Private-Equity-Gesellschaften investieren bereits in Griechenland – auch in die Hotel- und Freizeitbranche.

Osteuropa erlebe ebenfalls ein Comeback, allen voran Polen, Tschechien und Kroatien, die als Standorte bei Investoren immer beliebter werden. „Wir gehen davon aus, dass dieser Trend 2017 und darüber hinaus anhalten wird“, ist sich Scriven sicher.

 

Schlagworte zum Thema:  Hotelimmobilie, Hotel, Europa, Investor

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