08.10.2012 | CBRE

Hohes Investitionspotenzial im Pflegeimmobilien-Bereich

Bis 2030 wird eine Nachfrage nach 380.000 zusätzlichen Pflegeplätzen erwartet
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Nach Analyse von CBRE und Immo Tiss steigen die Transaktionsvolumina im Segment der Pflegeimmobilien seit 2008 kontinuierlich an. Bis zum Jahr 2030 besteht Investitionspotenzial von insgesamt rund 54 Milliarden Euro vor allem in suburbanen Räumen der Großstädte.

Auch 2012 steigen die Investitionen weiter an: Bis zum dritten Quartal 2012 wurden bereits Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von rund 312 Millionen Euro und damit knapp 90 Prozent des Gesamtergebnisses des Jahres 2011 registriert. "Ursache für das wieder zunehmende Interesse vor allem von institutionellen Investoren an Pflegeimmobilien  ist zum einen die Robustheit gegen konjunkturelle Schwankungen in Zeiten großer Unsicherheit an den Finanzmärkten", sagt Jan Linsin, Head of Research bei CBRE in Deutschland.

Zum anderen begründe sich das wachsende Interesse an dieser Assetklasse durch attraktive Renditeaussichten, während die Renditekompression im Segment der Büro- und Einzelhandelsimmobilien bereits weiter fortgeschritten ist. Steigende Nachfrage und Herstellungskosten führten jedoch auch bei Pflegeimmobilien zuletzt zu einem weiteren Ansteigen der Kaufpreise. Aktuell wird für Spitzenobjekte in Ballungszentren bis zum 15-fachen der Jahrespacht gezahlt, wohingegen Pflegeeinrichtungen außerhalb von Wirtschaftsregionen weiterhin zwischen dem 12,5- bis 13,7-fachen erworben werden können.

Nachfrage nach vollstationären Pflegeleistungen nimmt sprunghaft zu

Gleichzeitig entwickeln sich die „Erfolgsfaktoren“ für den Betrieb von Pflegeimmobilien positiv. Bereits zum Ende des Jahres 2011 waren rund 2,46 Millionen Menschen oder drei Prozent der in Deutschland lebenden Bevölkerung pflegebedürftig oder bezogen Pflegeleistungen nach SGB XI. Deutlich zeigt sich dies an der überdurchschnittlichen Bedeutung der Hochbetagten (über 80-jährigen) in Bezug auf ihre Nachfrage nach vollstationären Pflegeplätzen. Während nur zirka vier Prozent der über 65-jährigen Bevölkerung Deutschlands vollstationär versorgt werden, steigt dieser Anteil bei den über 80-jährigen auf über elf Prozent sprunghaft an.

"Bis 2030 kann daher von einer starken Zunahme der Nachfrage nach vollstationären Pflegeleistungen ausgegangen werden", so die geschäftsführenden Gesellschafter von Immo Tiss Care, Prof. Dr. Hubert Oppl und Jochen Zeeh. Nach Berechnungen von CBRE / ITC werden zirka 380.000 zusätzliche Pflegeplätze auf den Markt kommen müssen, um der wachsenden Nachfrage durch Pflegebedürftige befriedigen zu können. Daneben werden aufgrund des hohen Sanierungsstaus rund 240.000 bestehende Plätze nach den aktuellen Marktanforderungen revitalisiert werden müssen. "Hierdurch entsteht ein sehr hohes Investitionspotenzial von insgesamt rund 54 Milliarden Euro", so die Immo Tiss-Geschäftsführer weiter.

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