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Hohe Beschäftigung alleine macht keine Shopping-Stadt

Betrachtung der Top 10 Beschäftigungsquoten
Bild: Comfort - Research & Consulting, Bundesagentur für Arbeit, Destatis

Eine hohe Beschäftigungsquote ist nicht gleichzusetzen mit der hohen Einzelhandelsbedeutung einer Stadt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung von Comfort Research & Consulting. Gerade bei den Spitzenreitern hinsichtlich der Beschäftigungsquote: Erlangen, Frankfurt am Main und Darmstadt sind beachtliche Abweichungen nach unten festzustellen.

Bei einer hohen Korrelation müsste die Zentralität tendenziell überdurchschnittlich (bezogen auf die jeweilige Stadtgröße) ausfallen. Von den Top 10 Städten hinsichtlich der Beschäftigungsquote ist dies jedoch gemäß den Zentralitätszahlen der GfK GeoMarketing nicht bei allen Städten der Fall, sondern nur für sieben Städte, nämlich Regensburg, Ingolstadt, Ulm, Stuttgart, Düsseldorf, Koblenz und Saarbrücken.

Beim Spitzenreiter Erlangen, Frankfurt am Main und Darmstadt sind beachtliche Abweichungen nach unten festzustellen. Alle drei einzelhandelsseitig unterdurchschnittlich entwickelten Beschäftigungshochburgen agieren in Verdichtungsräumen mit einem wettbewerbsseitig stark besetzten Städte-Umfeld (Frankfurt: Wiesbaden, Mainz, Darmstadt, Offenbach, Hanau; Erlangen: Nürnberg, Fürth; Darmstadt: Frankfurt, Wiesbaden, Mainz, Mannheim), aus denen sich viele der Berufspendler rekrutieren, wo diese dann auch vor Ort einkaufen.

Umgekehrt liegen die Top-Beschäftigungsstädte mit überdurchschnittlichen Zentralitäten räumlich relativ solitär, ohne vergleichbaren Wettbewerb, abgesehen von Düsseldorf mit der herausragenden Einkaufstradition seiner City.

Die Analyse der wichtigsten 60 deutschen Einkaufsstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern ergibt für Retailer wichtige Erkenntnisse für deren Standortauswahl. Führend bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung sind entsprechend ihrer Einwohnergröße Berlin (1,27 Millionen Erwerbstätige), vor Hamburg (knapp 900.000) und München (rund 780.000). Schon danach folgt das Ranking nicht mehr der Einwohnerzahl, was primär auf die Berufspendlerbewegungen zurückzuführen ist.

Nummer 4 nach der Beschäftigung ist somit mit etwa 530.000 Beschäftigten Frankfurt am Main (zirka 700.000 Einwohner), vor dem einwohnermäßig deutlich größeren Köln (rund 1,03 Millionen Einwohner) mit 510.000 Beschäftigten. Ursache hierfür ist, dass die Bankenmetropole den mit Abstand größten Pendlersaldo, nämlich arbeitstäglich gut 260.000 (Saldo von Einpendlern in die Stadt und Auspendler aus der Stadt) von allen deutschen Städten aufweist.

Ausgehend von der jeweiligen Unternehmenslandschaft oder Wirtschaftskraft aber auch administrativen Stellung rangieren die Siemens-Stadt Erlangen und Regensburg mit jeweils um die 80 Prozent vor Frankfurt. Von den Top-7-Metropolen spielen hier nur noch die Neckar-Metropole Stuttgart und Düsseldorf mit. Die rote Laterne tragen die relativ strukturschwachen Städte Gelsenkirchen (30 Prozent) und Duisburg (33 Prozent).

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