14.01.2016 | HDB/ZDB

Bauhauptgewerbe: Wohnungsbau treibt Umsätze

Bauhauptgewerbe rechnet vor allem im Wohnungsbau mit Umsatzwachstum
Bild: Haufe Online Redaktion

Das deutsche Baugewerbe rechnet 2016 mit einem Umsatzplus von drei Prozent. Die größten Impulse gehen derzeit vom Wohnungsbau aus, wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) mitteilt. Hier wird ein Umsatzanstieg von fünf Prozent erwartet.

Die Verbände betonen allerdings, dass sie keine Profiteure der Flüchtlingskrise seien und beim Baugewerbe keine großen Gewinne hängen bleiben werden. "Natürlich wird am Bau zur Zeit sehr, sehr viel verdient, aber nicht mit dem Herstellen von Gebäuden, sondern mit dem Handel mit Immobilien", sagte HDB-Präsident Thomas Bauer.

Der Bedarf an Erstaufnahmekapazitäten für Asylbewerber werde auch zu einem verstärkten Umbau von Wohnhäusern und anderen Gebäuden führen, hieß es. Um auch in Städten mit großem Zuzug ausreichend Wohnraum bereitzustellen, müssten dieses Jahr nach Schätzung von ZDB-Präsident Hans-Hartwig Loewenstein bundesweit 400.000 Wohnungen gebaut oder umgebaut werden. Davon entfielen etwa 100.000 Wohneinheiten "auf die unterschätzte Entwicklung bei der Zuwanderung".

ZDB: Fördermittel für Sozialen Wohnungsbau nicht ausreichend

Die Verdoppelung der Fördermittel des Bundes für den sozialen Wohnungsbau von rund einer Milliarde Euro pro Jahr an die Länder bis 2018 sei zwar zu begrüßen, so der ZDB-Chef, die Summe werde aber nicht ausreichen, da die Kommunen das notwendige Fördervolumen aufgrund der 2016 zu erwartenden Flüchtlinge auf bis zu zwei Milliarden Euro schätzten.

Für den öffentlichen Bau prognostizieren die Verbände ein Plus von vier Prozent in 2016. Lediglich beim Bau von Büros, Fabriken und anderen Wirtschaftsgebäuden rechnen die Branchenvertreter mit stagnierendem Umsatz. In den östlichen Bundesländern erwarten sie sogar einen Rückgang um 0,5 Prozent gegenüber 2015.

Zahl der Beschäftigten steigt leicht an

Kritisch beurteilten die Verbandsvertreter die Praxis, für die Unterbringung von Flüchtlingen für viel Geld Wohncontainer aus China anliefern zu lassen. Anstatt dafür zwischen 2.000 und 3.000 Euro pro Quadratmeter auszugeben sollten die Kommunen besser günstige Gebäude errichten lassen.

Laut Verbände-Prognose dürfte die Zahl der Beschäftigten in der Baubranche 2016 auf mehr als 770.000 ansteigen. Anfang 2015 waren im Bau rund 757.000 Menschen beschäftigt gewesen. Bis zum Jahresende 2015 stieg die Zahl um 0,5 Prozent auf etwa 761.000 Arbeiter und Angestellte.

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Schlagworte zum Thema:  Bauindustrie, Bauhauptgewerbe

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