26.06.2012 | GfK-Umfrage

Hausbesitzer sanieren der Energiekosteneinsparung zuliebe

Nur drei Prozent der Eigentümer sanieren für die Umwelt
Bild: GfK/LBS Research

Drei von vier Hauseigentümern wollen mit einer energetischen Sanierung die Energiekosten drücken. Ein besseres Wohnklima, Instandhaltungen oder der Umweltschutz sind von geringer Bedeutung. Das ist Ergebnis einer GfK-Umfrage im Auftrag der Landesbausparkassen (LBS).

Wohneigentümer sind dabei nach Auskunft von LBS Research die wichtigsten Akteure bei der Umsetzung der Energiewende, vor allem wenn es um die Einsparung von Heizenergie im Wohnungsbestand geht. Knapp zwei Drittel der Heizkosten in Deutschland fallen in selbstgenutzten Eigenheimen und Eigentumswohnungen an. Hier erleben die Investoren unmittelbar den Einspar-Nutzen von energetischen Modernisierungen.

Laut GfK-Umfrage hat knapp die Hälfte der privaten Hausbesitzer in Deutschland bereits einmal ihre Immobilie energetisch modernisiert: 24 Prozent allein in den vergangenen drei Jahren. 22 Prozent gaben an, dies in den nächsten drei Jahren zu planen.

Unterstützung durch die Politik wird kritisch gesehen

Grundsätzlich ist bei den befragten Hauseigentümern eine positive Einstellung zum Konzept der Energiewende der Bundesregierung festzustellen. Die Zahl der Zustimmungen ist etwa doppelt so hoch wie die der Ablehnungen. Kritisch sind die Befragten jedoch, was die Unterstützung durch die Politik angeht. Nur 13 Prozent der Eigentümer sehen die beschlossenen Maßnahmen als geeignet an, gerade einmal für sechs Prozent reicht die staatliche Förderung jetzt aus.

Zuschüsse beliebter als steuerliche Förderung

Allerdings hat nach Auskunft von LBS Research die Förderung keinen überragenden Einfluss: Nur für 27 Prozent der Befragten ist sie ausschlaggebend. Mehr als die Hälfte der Befragten bevorzugen Zuschüsse, während steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten oder zinsgünstige Kredite nur für jeweils weniger als 20 Prozent die erste Wahl wären.

Ab dem Alter von 60 Jahren nimmt die Bereitschaft, für die energetische Sanierung einen Kredit aufzunehmen, rapide ab. Ab dem 65. Lebensjahr verneinen dies bereits drei Viertel, ab 70 Jahren sind mehr als 80 Prozent dagegen. Auch bei den jüngeren Eigentümern kommt etwa für jeden Zweiten für die Modernisierung kein Kredit in Frage.

Aufklärung über Einsparmöglichkeiten fehlt

Für eine Verstärkung der Investitionstätigkeit bei der energetischen Sanierung ist, so das Fazit von LBS-Research, neben richtigen Förderanreizen die Aufklärung über konkrete Einsparmöglichkeiten und deren Vorteile nötig. Gerade bei älteren Immobilienbesitzern müssen hier Hürden überwunden werden. Viele denken, dass sich energetische Sanierungen für sie nicht mehr lohnen, dass die staatlichen Vorgaben zu intransparent sind oder ohnedies weiter verschärft werden. Hier könnten praktische Informationen und Beratungsangebote helfen.

Schlagworte zum Thema:  Energiekosten

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