Die Preise für Immobilien und Grundstücke in Hamburg haben 2016 kräftig angezogen, wie eine Studie der Bausparkasse LBS zeigt. Neue Eigentumswohnungen in Innenstadtnähe sind um satte 12,6 Prozent gestiegen. Bestehende Häuser und Wohnungen haben sich gegenüber 2015 jeweils um rund acht Prozent verteuert. Die hohe Nachfrage werde die Immobilienpreise weiter steigen lassen, sagt Peter Magel, Vorstandsvorsitzender der LBS.

Die Quadratmeterpreise für Bestandsimmobilien liegen laut LBS aktuell zwischen durchschnittlich 2.109 Euro in Langenbek und 8.719 Euro im Stadtteil Rotherbaum. Im Vergleich zu den Durchschnittspreisen Anfang 2012 kosten bestehende Häuser in Hamburg heute rund 30 Prozent, Wohnungen knapp 47 Prozent mehr.

Bei neuen Eigenheimen im Stadtgebiet liegt die Preisspanne pro Quadratmeter zwischen durchschnittlich 2.383 Euro in Neugraben-Fischbek und 5.717 Euro in Uhlenhorst. Laut einer Studie der Postbank müssen Immobilienkäufer für eine 100-Quadratmeter-Wohnung in Hamburg mehr als 15 Jahreseinkommen auf den Tisch legen.

Preise für Neubauten im Umland erhöhen sich weniger stark als für bestehende Immobilien

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) geht davon aus, dass vor allem Familien wegen der hohen Preise in den Stadtzentren künftig ins Umland ausweichen müssen.

Dort haben sich die Preise für Neubauten weniger stark erhöht, dafür hätten aber die Kaufpreise für gebrauchte Immobilien weiter anzogen, wie die Studie zeigt. Ausgewertet wurden die Daten für den LBS-Immobilienmarktatlas 2017 (15.100 öffentlich zugängliche Immobilienangebote in Hamburg und im Umland) von der LBS Bausparkasse Schleswig-Holstein-Hamburg AG in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Forschungsinstitut F + B.  Demnach verteuerten sich bestehende Häuser und Wohnungen im Schnitt um 7,7 beziehungsweise 13,3 Prozent. Die Preise für Neubauten entwickelten sich mit 2,8 (Häuser) und 3,6 Prozent (Eigentumswohnungen) etwas verhaltener.

"Wer außerhalb der Top-Lagen sucht, kann in vielen Stadtteilen weiterhin seine Immobilie noch in der Höhe durchschnittlicher Mietkosten finanzieren", sagt Magel.

Kaufpreisentwicklung zwischen 2007 bis 2017: Steigerungen um bis zu 155 Prozent

In allen Lagen und Wohnformen sind die Angebotspreise der Studie zufolge in den vergangenen zehn Jahren stark gestiegen. So kosten etwa bestehende Eigentumswohnungen in Wilhelmsburg heute im Schnitt rund 155 Prozent mehr als 2007. Der Hamburger Durchschnittswert für diese Wohnform nahm im selben Zeitraum um rund 97 Prozent zu.

"Wer bereit ist, zwischen 15 bis 30 Minuten Fahrzeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis zur Innenstadt aufzuwenden, wird für diese Flexibilität mit günstigeren Preisen belohnt", betont Magel noch einmal.

Beispiel: Im Osten von Hamburg kann eine fünf Minuten längere Fahrzeit vom Hauptbahnhof aus eine Ersparnis von rund 740 Euro pro Quadratmeter beim Kauf Erwerb einer bestehenden Wohnung bewirken.

Während ein Käufer in Hamburg-Wandsbek aktuell im Schnitt 3.413 Euro pro Quadratmeter bezahlt, kann er der LBS-Studie zufolge im Stadtteil Rahlstedt mit 2.670 Euro pro Quadratmeter kalkulieren.

Hamburg bleibt begehrte Wohnlage: die günstigeren Stadtteile ziehen an

Hamburg als "Tor zur Welt" bleibt für Magel eine begehrte Wohnlage. Er rechnet mit weiter steigenden Preisen, gerade im Bereich der noch günstigeren Stadtteile.

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Im europäischen Vergleich sei das Preisniveau für Wohnungen in Hamburg mit den Durchschnittswerten in Wien, Lyon, Mailand oder Dublin vergleichbar (Quelle: Deloitte Property Index 2016). Ein Großteil der Preisanstiege sei in den vergangenen zehn Jahren als natürliche Marktreaktion auf die dynamische Entwicklung der Metropole zu sehen.

Für den LBS-Immobilienmarktatlas 2017 wurden im zweiten Halbjahr 2016 rund 15.100 öffentlich zugängliche Immobilienangebote in Hamburg und im Umland ausgewertet, davon 12.568 Angebote für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Eigentumswohnungen aus dem Bestand.

 

Schlagworte zum Thema:  Immobilienpreis, Eigentumswohnung