Gutachterausschüsse: Immobilienboom setzt sich fort

Hatten die Immobilienweisen im Frühjahrsgutachten 2017 ein Ende des Immobilienbooms prognostiziert, liegt jetzt auch eine Analyse der amtlichen Gutachterausschüsse vor, die genau das Gegenteil beschreibt. "Es ist nicht absehbar, dass das Investitionsvolumen zurückgeht", sagte Geschäftsstellenleiter Peter Ache. Zunehmend begehrt seien Mehrfamilienhäuser. Die Bundesbank sieht vor allem die hohen Wohnimmobilienpreise mit Sorge.

Nicht nur in den gefragten Metropolen, auch auf dem Land ziehe der Immobilienmarkt an. Die niedrigen Zinsen treiben demnach den Markt für Wohnungen, Häuser und Grundstücke weiter an, so die amtlichen Gutachterausschüsse.

"Ich gehe nicht davon aus, dass die Preise in den Städten stark verfallen", so Ache. "Und auch in den gut ausgebauten ländlichen Gebieten werden sie zumindest stabil bleiben." Auch Bulwiengesa widerspricht dem Frühjahrsgutachten 2017.

Was passiert, wenn die Zinsen wieder steigen?

Das Investitionsverhalten habe viel mit der Zinsentwicklung zu tun, so Ache. Niedrige Zinsen machten Immobilienkredite für Käufer günstiger, was die Nachfrage antreibe. Doch auch wenn sie wieder leicht stiegen, sei aber längst nicht das Niveau erreicht, bei dem nicht mehr investiert würde.

Die Gefahr einer Immobilienblase sehen die Ausschüsse nicht. In bestimmten Städten seien die Märkte indes deutlich überhitzt.

Teilweise extreme Preissteigerungen bei Wohnimmobilien in Deutschland bereiten der Bundesbank Sorge. "Die Preisübertreibungen in den Städten betrugen gemäß aktuellen Schätzergebnissen im vergangenen Jahr zwischen 15 Prozent und 30 Prozent", schreibt die Notenbank in ihrem Monatsbericht Februar. Die Preisabweichungen hätten vor allem bei Eigentumswohnungen in den Großstädten zugenommen. Da die Preise für Bauland in den Städten ungewöhnlich stark anzögen, zeigten Investoren vermehrt ein Interesse daran, Mehrfamilienhäuser zu bauen, führt Ache fort.

Ein Teil der Preissteigerungen erklärt sich den Gutachterausschüssen zufolge damit, dass gerade in Ballungsräumen Wohnraum stark gefragt sei. Laut Bundesbank reichen solche Faktoren zu Erklärung allein aber nicht aus: "Insgesamt dürfte die im Berichtsjahr erhöhte Preisdynamik bei Wohnimmobilien über diejenige Entwicklung hinausgegangen sein, die durch demografische und wirtschaftliche Fundamentalfaktoren angelegt ist."

Auch die weiter ermäßigten Finanzierungskosten könnten nur einen Teil der zusätzlichen Dynamik erklären, so die Notenbank.

 

dpa