Steigende Grundstückspreise treiben die Kosten für den Wohnungsbau weiter an Bild: Michael Bamberger

Käufer haben 2016 mit 237,5 Milliarden Euro fast 25 Prozent mehr für Immobilien ausgegeben als noch zwei Jahre zuvor (191 Milliarden Euro). Das geht aus dem Immobilienmarktbericht Deutschland der amtlichen Gutachterausschüsse hervor. Die Studie entstand in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Demnach stiegen die Ausgaben für den Immobilienkauf von 2009 bis 2016 jährlich um neun Prozent.

Investitionsschwerpunkt bleibt dem Bericht zufolge der Wohnungsmarkt. 2016 gaben Käufer 155,7 Milliarden Euro für Wohnimmobilien aus, 2014 waren es noch 130,3 Milliarden Euro. Vor allem die Preise für selbst genutztes Wohneigentum zogen an.

In München werden die höchsten Preise erzielt

Im Bundesdurchschnitt kostete der Quadratmeter Wohnfläche 2016 für ein gebrauchtes freistehendes Ein- oder Zweifamilienhaus 1.545 Euro. Die höchsten Preise wurden in München erzielt: In der Stadt wurden 8.500 Euro bezahlt und im Landkreis München 7.500 Euro. Weitaus weniger mussten Käufer beispielsweise in den Landkreisen Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt (380 Euro) oder im Kyffhäuserkreis in Thüringen (470 Euro) zahlen.

Auch bei gebrauchten Eigentumswohnungen lag München mit einem Quadratmeterpreis von 5.500 Euro an der Spitze. Ähnlich hohe Preise wurden auf Sylt (4.370 Euro) oder in der Küstenregion Niedersachsens (3.420 Euro) erzielt. In ländlichen Kreisen abseits der großen Städte, beispielsweise im weiteren Umland von Berlin im Landkreis Teltow-Fläming (Brandenburg), mussten im Schnitt nur 220 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche gezahlt werden.

Umsatz mit Mehrfamilienhäusern stagniert

Im Gegensatz zu den Investitionen in selbst genutztes Wohneigentum stagnierten der Geldumsatz sowie die Anzahl der Verkäufe bei gebrauchten Mehrfamilienhäusern seit 2014. Bei kleineren Mehrfamilienhäusern mit bis zu sechs Wohneinheiten stiegen die Quadratmeterpreise jedoch: von 670 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2009 auf 910 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2016.

"Zwei Drittel der Investitionen auf dem Immobilienmarkt entfallen auf Wohnimmobilien", sagt Anja Diers, Vorsitzende des Arbeitskreises der Oberen Gutachterausschüsse (AK OGA). Die Umsätze seien vor allem in urbanen Regionen gestiegen. Ein Ende des Preisanstiegs oder eine Trendumkehr ist Diers zufolge derzeit bundesweit nicht erkennbar.

Eigenheimbebauung überwiegt bei unbebauten Grundstücken

Bei den Baugrundstücken dominierten Transaktionen für die Eigenheimbebauung. Auf sie entfielen im Jahr 2016 etwa 70 Prozent der Verkäufe von Bauplätzen. Dies entspricht einem Umsatz von 12,9 Milliarden Euro.

Im Schnitt kostete ein Eigenheimbauplatz in Deutschland etwa 108 Euro pro Quadratmeter. Die Spanne reichte dabei von zehn Euro pro Quadratmeter Grundstück im Saale-Orla-Kreis in Thüringen bis zu 1.600 Euro pro Quadratmeter in München. In Stuttgart lag der Preis bei 920 Euro pro Quadratmeter, in Wiesbaden im Durchschnitt bei 840 Euro pro Quadratmeter.

BBSR: Mobilisierung von Bauland entscheidend

Die Transaktionen von Bauplätzen für Mehrfamilienhäuser blieben mit rund 5.900 Verkäufen gegenüber 2014 relativ konstant. Der Umsatz stieg zwischen 2014 und 2016 von 3,4 auf rund 4,1 Milliarden Euro. Die Preise legten im bundesweiten Durchschnitt von 104 Euro pro Quadratmeter 2014 auf 155 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2016 zu.

"Ich finde es erstaunlich, dass trotz der großen Nachfrage nach Wohnraum in den Städten die Zahl der Verkäufe von Bauplätzen für Mehrfamilienhäuser stagniert", so Peter Ache, Redaktionsleiter des Immobilienmarktberichts. In den Kommunen reiche das Angebot und die Ausweisung von Bauplätzen häufig nicht aus. Das lasse die Baulandpreise weiter steigen.

"Steigende Grundstückspreise treiben die Kosten für den Wohnungsbau weiter an", sagt BBSR-Experte Matthias Waltersbacher. Entscheidend sei die Mobilisierung von Bauland.

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