Grunderwerbsteuer: Staat profitiert von Immobilieninvestitionen

In Deutschland sind im vergangenen Jahr 240,5 Milliarden Euro in Immobilien investiert worden, das sind 9,6 Prozent mehr als 2015. Zu diesem Ergebnis kommt eine Hochrechnung des Immobilienverbands IVD. Dadurch sind die Zusatzeinnahmen aus der Grunderwerbsteuer um 10,2 Prozent auf 12,4 Milliarden Euro (2016) gewachsen. Den höchsten Umsatz verzeichnete Bayern mit mehr als 50 Milliarden Euro, den höchsten Anstieg das Saarland mit einem Plus von knapp 39 Prozent.

"Vor diesem Hintergrund ist es umso weniger gerechtfertigt, dass immer mehr Bundesländer die Grunderwerbsteuer auf den Höchstsatz von 6,5 Prozent anheben", so IVD-Präsident Jürgen Michael Schick. In Deutschland sind die Nebenkosten für den Immobilienkauf fast viermal so hoch wie in Großbritannien.

Das stärkste Umsatzwachstum gab es im Saarland (plus 38,5 Prozent auf 1,79 Milliarden Euro), in Nordrhein-Westfalen (plus 16,3 Prozent auf 45,34 Milliarden Euro) und Hessen (plus 15,6 Prozent auf 22,16 Milliarden Euro).

Im zweistelligen Prozentpunktebereich sind die Transaktionsvolumina auch in Bayern (plus 13,3 Prozent auf 50,83 Milliarden Euro), Berlin (plus 14,4 Prozent auf 18,31 Milliarden Euro), Niedersachsen (plus 10,14 Prozent auf 18,17 Milliarden Euro), Sachsen (plus 11,9 Prozent auf 8,17 Milliarden Euro) und Sachsen-Anhalt (plus 15,3 Prozent auf 3,08 Milliarden Euro) gestiegen.

Leichte bis starke Umsatzrückgänge zwischen 0,2 Prozent und  7,8 Prozent waren in Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen zu verzeichnen. In Thüringen wurde die Grunderwerbsteuer erst zum 1. Januar auf 6,5 Prozent erhöht.

Bayern vor Nordrhein-Westfalen erneut mit den höchsten Umsätzen

Wie in den Jahren zuvor wurden auch 2016 mit 50,83 Milliarden Euro die höchsten Umsätze in Bayern erzielt. Im Vorjahresvergleich sind die Umsätze noch einmal um 13,3 Prozent angestiegen. An zweiter Stelle folgt Nordrhein-Westfalen mit 45,34 Milliarden Euro, das ist ein Plus von 16,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf Platz drei liegt Baden-Württemberg mit einem Umsatz von 31,92 Milliarden Euro. Hier ist das Transaktionsvolumen um 0,5 Prozent leicht gesunken.

Das Immobilientransaktionsvolumen beziehungsweise der Immobilienumsatz umfasst sämtliche private und gewerbliche Immobilientransaktionen, für die Grunderwerbsteuer zu entrichten ist. Die Hochrechnung basiert auf dem vom Bundesministerium für Finanzen erhobenen Grunderwerbsteueraufkommen.

Steuersätze für die Grunderwerbsteuer (Stand: 1.1.2017)

  • Baden-Württemberg: 5 Prozent
  • Bayern: 3,5 Prozent
  • Berlin: 6 Prozent
  • Brandenburg: 6,5 Prozent
  • Bremen: 5 Prozent
  • Hamburg: 4,5 Prozent
  • Hessen: 6 Prozent
  • Mecklenburg-Vorpommern: 5 Prozent
  • Niedersachsen: 5 Prozent
  • Nordrhein-Westfalen: 6,5 Prozent
  • Rheinland-Pfalz: 5 Prozent
  • Saarland: 6,5 Prozent
  • Sachsen: 3,5 Prozent
  • Sachsen-Anhalt: 5 Prozent
  • Schleswig-Holstein: 6,5 Prozent
  • Thüringen: 6,5 Prozent
Schlagworte zum Thema:  Grunderwerbsteuer, Immobilienkauf