19.04.2016 | BBSR

Flächenverbrauch: Große regionale Unterschiede

Weniger Flächenverbrauch für neue Siedlungen
Bild: lichtkunst.73 ⁄

Der Flächenverbrauch für neue Siedlungen, Gewerbe und Verkehrsinfrastruktur ist zwischen 2011 und 2014 auf 69 Hektar pro Tag gesunken, nach 74 Hektar zwischen 2009 bis 2012. Während die durchschnittliche Fläche pro Einwohner in kreisfreien Großstädten um 1,6 Prozent zurückging, stieg sie in dünn besiedelten ländlichen Landkreisen um 1,5 Prozent, wie eine Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zeigt.

Dieser Unterschied zeigt der Analyse zufolge vor allem eins: Gerade in den dünner besiedelten Räumen gibt es besonders große Potenziale zur Flächeneinsparung. Nach wie vor weisen Kommunen mit schrumpfender oder stagnierender Bevölkerung weitere Gewerbeflächen und teilweise auch Bauland für Wohnungsbau aus. Dabei sind in vielen Dörfern und Städten bereits genügend wiedernutzbare Flächenpotenziale vorhanden.

BBSR: Bundesweit 120.000 Hektar Brachflächen und Baulücken frei

„Es gilt nicht nur in den wachstumsstarken Großstädten Angebote im Innenbereich zu schaffen und Wiedernutzung zu fördern“, sagt BBSR-Expertin Gisela Beckmann. Bundesweit stünden über 120.000 Hektar allein an Brachflächen und Baulücken zur Verfügung.

Das entspricht mehr als dem Vierfachen der Fläche, die derzeit jährlich neu für Siedlung und Verkehr beansprucht werde. Seit der Novelle des Baugesetzbuchs müssen Kommunen bei der Aufstellung eines Bauleitplans begründen, dass eine Inanspruchnahme von Freiflächen notwendig ist.

13,7 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands wurden 2014 für neue Siedlungen, Gewerbe und Verkehrsinfrastruktur genutzt.

Jeder Bundesbürger beanspruchte 2014 im Durchschnitt 602 Quadratmeter Boden

Jeder Bundesbürger beanspruchte 2014 im Durchschnitt 602 Quadratmeter Boden. Die Inanspruchnahme neuer Flächen liegt damit noch weit über dem Ziel von 30 Hektar pro Tag, das die Bundesregierung in der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie als Zielwert für 2020 formuliert hat. Die Forscher werteten Daten der amtlichen Flächenstatistik von Bund und Ländern aus.

In kreisfreien Großstädten lag die Siedlungs- und Verkehrsfläche pro Kopf bei 260 Quadratmetern, in dünn besiedelten Regionen beanspruchte jeder Einwohner mit 1.140 Quadratmetern vier Mal so viel Fläche.

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