Berlin ist Top-Ziel für ausländisches Kapital Bild: Tessa Zimmer ⁄

Das globale Investitionsvolumen in Immobilien wird laut Cushman & Wakefield 2017 rund 1,4 Billionen US-Dollar erreichen. Die Region EMEA (Europe, Middle East, Africa) hat daran einen Anteil von 22 Prozent. Zu den Schlüsselmärkten mit einem ausgewogenen Wachstum gehört unter anderem Deutschland – mit Berlin an der Spitze. Bereits 2016 war der deutsche Immobilienmarkt eines der drei Top-Investitionsziele für ausländisches Kapital.

27 Milliarden US-Dollar ausländische Investitionen flossen im vergangenen Jahr in den deutschen Immobilienmarkt, damit lag Deutschland als Investitionsziel 2016 auf dem dritten Platz. Zum Vergleich: Top 1 waren die USA mit 63 Milliarden US-Dollar, Top 2 war Großbritannien mit 31 Milliarden US-Dollar.

Berlin-Brandenburg war nach Angaben von Cushman & Wakefield mit einem Volumen von 10,3 Milliarden US-Dollar größter Immobilieninvestmentmarkt in Deutschland, gefolgt von der Region Rhein-Ruhr (8,9 Milliarden US-Dollar) und München (7,3 Milliarden US-Dollar).

„Deutschland ist der führende Immobilienmarkt Europas", so Yvo Postleb, Deutschlandchef von Cushman & Wakefield.

Insbesondere die Hauptstadtregion Berlin liege weiterhin im Fokus internationaler Investoren. Cushman & Wakefield sieht hier deshalb weiteres Wachstumspotenzial; auch wenn der Objektmangel in Berlin das Geschäft für die Käufer erschwere.

Anhaltende Risikoaversion sorgt für weniger Investitionen in Europa

In Europa verheißt die Kombination von stetigem Wirtschaftswachstum, moderater Inflation und niedrigen Zinsen laut Cushman & Wakefield nur Gutes für den Nutzermarkt in den sich gut entwickelnden Lagen. Kapital strömt von allen Teilen der Erde nach Europa. Aufgrund eines eingeschränkten Angebots und einer anhaltenden Risikoaversion ist das Investitionsvolumen im Großen und Ganzen jedoch zurückgegangen.

Allerdings wird asiatisches Kapital in immer mehr Märkten Europas investiert werden, wie Cushman & Wakefield prognostiziert, und wird das Kapital aus Nordamerika - als bislang größte ausländische Geldquelle - in den Jahren 2017 und 2018 überholen.

Neben Deutschland sind demnach die nordischen Länder gefolgt von Spanien (mit Schwerpunkt Barcelona und Madrid) Schlüsselmärkte.

London wird ein Magnet für Kapital bleiben, da die Auswirkungen des Brexit wahrscheinlich erst mittelfristig eintreten werden.

Paris wird der Studie zufolge Spitzenreiter in Bezug auf Gesamtfrankreich bleiben und, abhängig vom Ausgang der Wahlen, ein Investitionsziel vieler ausländischer Investoren sein.

Hoch im Kurs: Seniorenheime und Rechenzentren

Laut Cushman & Wakefield ist davon auszugehen, dass der Asien-Pazifik-Raum 44 Prozent zum globalen Investitionsvolumen 2017 beitragen wird, gefolgt von Nordamerika mit 34 Prozent. Dabei wird die Nachfrage nach Immobilien anhalten, unter anderem aufgrund der höheren Anzahl an Investoren, die nach globaler Diversifizierung streben.

Einige Investoren werden sich dabei weiterhin auf Immobilienhochburgen konzentrieren, um Risiken zu umgehen. Für Investoren, bei denen Wertsteigerungen im Vordergrund stehen, kommen neue Regionen in Frage. Dazu könnten auch Schwellenmärkte gehören.

Das Interesse an neuen Segmenten und Investitionsansätzen in allen Regionen wird laut Cushman & Wakefield weiter steigen.

Das sei vor allem dem Umstand geschuldet, dass die Anleger auf die Faktoren Demografie, Technologie, Mobilität und urbane Funktionen reagieren müssten. Zu den neuen Assetklassen gehören Immobilien mit wohnungswirtschaftlichem Schwerpunkt (etwa Seniorenheime), Rechenzentren sowie innerstädtische Logistik- und Freizeitimmobilien.

Asien-Pazifik und Nordamerika erwarten hohe Investitionszuwächse

Der Asien-Pazifik-Raum wird laut Cushman & Wakefield auch 2017 Investitionszuwächse verzeichnen. Vor allem die Nachfrage nach modernen Gewerbeflächen werde bei Investoren aus dem In- und Ausland wachsen. Core- und Core-Plus-Strategien werden sich demnach vor allem an Japan und Australien ausrichten.

Durch das eingeschränkte Angebot sei aber auch eine stärkere Nachfrage in den Immobilienhochburgen in China, Singapur und Südkorea möglich sowie in Core-Plus-Märkten wie Taipeh, Auckland und den B-Städten oder dezentralisierten Märkten der Immobilienhochburgen wie etwa Sydney. Schwellenmärkte haben demnach ebenfalls das Potenzial, Interesse auf sich zu lenken.

Für Nordamerika erwartet Cushman & Wakefield für 2017 Investmentaktivitäten auf historisch hohem Niveau.

Grund sei das unvermindert hohe Vertrauen, dass die Wirtschaft unter Trump stark expandieren werde und gesunde Mietermärkte Wertsteigerungen generieren. Spitzenreiter werden laut Cushman & Wakefield New York, Chicago, Los Angeles und Boston sein. Da politische Veränderungen als Leistungstreiber wirken, werde Washington ebenfalls eine besondere Rolle spielen.

Schlagworte zum Thema:  Immobilienmarkt, Berlin, Investment

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