gif-Büromarktprognose: Dynamik in den Top 5 lässt 2019 nach

Die fünf größten deutschen Büromärkte sind laut Consensus-Herbstumfrage von gif und CRES in einer guten Verfassung – vor allem die Vorhersagen für 2019 für den Leerstandsabbau in Frankfurt am Main (minus 1,6 Prozentpunkte) und die Mietentwicklung in Berlin (plus fünf Prozent) sind positiv. Unter dem Strich sagen die Prognostiker eine abnehmende Dynamik voraus. Insbesondere die Spitzenrenditen werden sich im neuen Jahr nicht mehr bewegen. 

Eine Mehrheit der befragten Researcher sieht etwa die Spitzenrendite in Berlin inzwischen knapp unterhalb von drei Prozent. Das stellt eine leichte Korrektur der Prognosen aus dem Frühjahr dar, als ein Unterschreiten der Drei-Prozent-Marke als unwahrscheinlich galt.

Die Bruttoanfangsrendite liegt im Herbst nur in Düsseldorf bei 3,5 Prozent, in den anderen vier Top-Standorten (Berlin, Frankfurt, Hamburg, München) darunter. Laut JLL war in Betrachtung des dritten Quartals 2018 die Bankenlage in Düsseldorf der Best-Performer unter den fünf Metropolen. Eine Fortsetzung der Renditekompression im Jahr 2019 erwarten die Researcher von gif und CRES nicht.

Leerstände: Büromärkte Berlin und München angespannt – stärkste Korrektur in Frankfurt

Die Leerstandsraten werden der Consensus-Prognose zufolge weiter fallen. Düsseldorf und Frankfurt liegen demnach derzeit bei 7,5 Prozent beziehungsweise neun Prozent Leerstand. Grund ist laut German Property Partners (GPP) der anhaltende Angebotsmangel.

Die Büromärkte in Berlin und München werden jedenfalls laut gif/CRES stark angespannt bleiben mit Leerstandsraten von unter drei Prozent – das bedeutet praktisch Vollvermietung, vor allem in den zentralen Lagen. Das bestätigt auch eine Studie von Savills. Doch auch hier wird ein weiteres Absinken der Kennziffer bis 2019 erwartet: in beiden Städten um jeweils rund 0,5 Prozentpunkte. In Berlin könnte der Umfrage zufolge bereits Ende 2018 eine Leerstandsrate unter zwei Prozent eintreten, die im Folgejahr allerdings nicht noch weiter absinken dürfte.

Die stärkste Korrektur des Leerstands ist der Herbstprognose zufolge in Frankfurt zu erwarten, wo die Leerstandsrate um rund 1,6 Prozentpunkte deutlich unter acht Prozent fallen wird. In Hamburg wird ein Absinken um weitere 1,3 Prozentpunkte erwartet, in Düsseldorf um 0,7 Prozentpunkte – damit sind hier die Prognosen jetzt besser als im Frühjahr, als noch mit einer Stagnation gerechnet worden war.

Spitzenmieten: Aussichten für Top 5 positiv – doch nicht so euphorisch wie für Berlin

Die Spitzenmieten übertreffen laut Umfrage von gif/CRES die Erwartungen, vor allem in Berlin liegen die Erwartungen über denen aus dem Frühjahr: Hier wird die Spitzenmiete bereits zum Jahresende bei rund 33 Euro pro Quadratmeter liegen – das sind rund zehn Prozent mehr als vor zwölf Monaten. Dieser Wert wurde ursprünglich erst für Ende 2019 in Aussicht gestellt.

Mietsteigerungen werden für 2019 über alle Top 5 hinweg erwartet. Auch in den anderen Metropolen, nicht nur in Berlin sind die Aussichten positiv, wenn auch nicht  so euphorisch. Die prognostizierten Anstiege liegen hier zwischen 2,5 Prozent (Düsseldorf) und vier Prozent (Hamburg). Frankfurt und München liegen bei drei Prozent.

Die Ratingagentur Scope erwartet für Berlin mit durchschnittlich 3,5 Prozent pro Jahr die höchsten Anstiege der Büromieten bis 2022 im Vergleich der 20 wichtigsten europäischen Büroimmobilienmärkte.


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Schlagworte zum Thema:  Büroimmobilie, Marktanalyse, Rendite, Miete, Investment