Die Nachfrage nach Büros ist auch 2016 weiter gestiegen Bild: Corbis

Der Flächenumsatz an den zwölf wichtigsten Bürostandorten ist im vergangenen Jahr gegenüber 2015 um 16,8 Prozent auf vier Millionen Quadratmeter gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt die Büromarkterhebung der gif Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung. Die Summe der fertiggestellten Büroflächen in den untersuchten Städten stieg aber nur um 2,1 Prozent an. Für das laufende Jahr erwartet die gif hier kaum Änderungen.

Die gif-Studie umfasst die A-Standorte Berlin, Hamburg, München, Frankfurt am Main, Köln und Stuttgart sowie die B-Städte Bonn, Hannover, Mannheim, Ludwigshafen, Heidelberg und Leipzig – alle inklusive Umland.

Bei den Bürofertigstellungen war im Jahresvergleich nur in den A-Städten Hamburg (von 120.000 auf 235.000 Quadratmeter), Köln (von 65.000 auf 100.000 Quadratmeter) und Stuttgart (75.000 auf 149.200 Quadratmeter) ein deutliches Plus zu verzeichnen. Bei der gif-Erhebung 2015 war die Summe der fertiggestellten Büroflächen aller zwölf Standorte im Vergleich zum Jahr 2014 leicht zurückgegangen.

In den B-Städten gingen die Fertigstellungen laut gif nach zwei starken Jahren 2016 um mehr als 50 Prozent zurück, am deutlichsten in Leipzig, Ludwigshafen und Heidelberg. Trotzdem lagen die Fertigstellungen an diesen regionalen Standorten nach Angaben der gif immer noch auf einem vergleichsweise hohen Niveau und werden 2017 voraussichtlich wieder deutlich steigen.

Für alle zwölf Standorte werden nach insgesamt 994.400 Quadratmetern fertiggestellter Flächen im Jahr 2016 für das laufende Jahr etwa 1,01 Millionen Quadratmeter neue Büroflächen erwartet, alleine 210.000 Quadratmeter in Berlin.

Hohe Umsatzsteigerungen in Frankfurt, Köln und Stuttgart

Während in den A-Städten München, Berlin und Hamburg moderate Umsatzzuwächse zwischen 1,8 und 2,8 Prozent beobachtet wurden, haben Frankfurt, Köln und Stuttgart im vergangenen Jahr hohe Umsatzsteigerungen zwischen 38 und 49 Prozent verzeichnet. In Berlin wurde laut gif mit rund 869.000 Quadratmetern Flächenumsatz ein neuer Rekord aufgestellt.

In den B-Städten war das Bild uneinheitlicher: Während Hannover und Leipzig leichte Umsatzrückgänge zu verzeichnen hatten, war in Bonn, Heidelberg, Ludwigshafen und Mannheim eine teils deutliche Zunahme der Vermietungsleistung zu beobachten. Eine Ausnahme war Bonn. Ging hier noch 2015 vor dem Hintergrund einer sehr geringen Leerstandsrate der Umsatz zurück, so war im Jahr 2016 fast eine Verdopplung festzustellen. Umsatztreiber waren vor allem Eigennutzer, deren Anteil in Bonn am Flächenumsatz im letzten Jahr wieder deutlich gestiegen ist. In den drei analysierten B-Städten der Metropolregion Rhein-Neckar war es im vergangenen Jahr vor allem Mannheim, wo die Umsätze deutlich zulegten.

Leerstandsquote weiter gesunken – Spitzenmiete in Berlin am höchsten

Die Nachfrage ist groß, die Leerstandsquoten sind weiter gesunken: Im Durchschnitt der A-Städte liegt die Leerstandsquote laut gif-Erhebung bei fünf Prozent, in den B-Städten bei 4,7 Prozent.

In den A-Städten war der Mietpreisanstieg der Erhebung zufolge in Berlin mit rund 13,7 Prozent am höchsten, in den B-Städten wies Ludwigshafen mit einem Plus von zehn Prozent die höchste Mietpreisdynamik auf. Berlin ist laut einer Feri-Studie auch europaweit Top-Performer. In Frankfurt sanken die Spitzenmieten um 1,5 Prozent. Die Durchschnittsmieten tendierten laut gif 2016 weiter nach oben, nur für Frankfurt und Heidelberg wurde ein Nachgeben der Durchschnittsmieten registriert.

Savills geht davon aus, dass die Büromieten an den deutschen Top-6-Standorten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München und Köln kontinuierlich weiter steigen, mittelfristig sogar beschleunigt werden.

Schlagworte zum Thema:  Büromarkt, Miete

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