| FAP-Barometer

Gewerbliche Immobilienfinanzierung zeigt negative Tendenz

Das FAP-Barometer steht im 1. Quartal 2013 beim Wert -0,25
Bild: FAP

Die Stimmung auf dem Markt für gewerbliche Immobilienfinanzierung hat sich weiter eingetrübt. Auf der Skala von -15 (Kreditklemme) bis +15 (liquider Markt) steht das FAP-Barometer im 1. Quartal 2013 beim Wert -0,25 (Vorquartal: +0,5).

"Die negative Tendenz ist nur marginal, aber die psychologisch wichtige Nullmarke wurde unterschritten", sagt Curth-C. Flatow, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Flatow Advisory Partners GmbH (FAP). Dies sei ein Zeichen von anspruchsvoller werdenden Bedingungen am gewerblichen Immobilienfinanzierungsmarkt.

Während die überwiegende Mehrheit (79,8 Prozent) der Befragten die Finanzierungsbedingungen im Vergleich zum Vorquartal als gleichbleibend einschätzen, attestieren 13,8 Prozent restriktivere Bedingungen sowie 6,9 Prozent eine progressivere Situation. Ein Grund für die schlechtere Bewertung des Marktes ist das Neugeschäft der Finanzierer: Von 58,9 Prozent im Vorquartal sinkt der Anteil "steigender Neugeschäftszahlen" auf 47,1 Prozent in der aktuellen Erhebung.

"Maximierung von Ertrag oder Rendite" bei Kreditgebern auf Platz 1

Hinzu kommt ein immer kleinteiliger werdender Markt. Während in der vergangenen Erhebung 1,8 Prozent der Befragten Kredittranchen von mehr als 100 Millionen Euro für wahrscheinlich hielten, ist dieser Wert nun auf null gesunken. "Insbesondere vor dem Hintergrund der anstehenden großen CMBS-Fälligkeiten stellt die kleinteilige Kreditierung eine Refinanzierung dieser Tranchen vor eine weitere Herausforderung", stellt Flatow fest.

Bei der Frage nach den Schwerpunkten des Neugeschäfts steht das Interesse der Kreditgeber nach "Maximierung von Ertrag beziehungsweise Rendite" wenig überraschend auf Platz 1 (18,6 Prozent). Auf den Plätzen 2 und 3 gibt es einen Tausch der Präferenzen: Mit 17,0 Prozent auf Platz 2 steht jetzt das Interesse an der Akquise neuer Kunden, auf Rang 3 folgt mit 15,5 Prozent die "nachhaltige Begleitung bestehender Kundenverbindungen". Rang 4, die "Minimierung des Risikos", sinkt von 16,2 auf 14,9 Prozent.

Büroimmobilien = beliebteste Assetklasse

Aktuell stehen sicherheitsorientierte Anlageobjekte weiter im Fokus, wobei es auch hier Verschiebungen gibt. Auf Platz 1 der beliebtesten Immobilientypen der Finanzierer stehen Büroimmobilien. Auf Rang 2 folgen nun Shopping-Center, die Anlageklasse Wohnimmobilien wurde trotz des Anlagebooms auf Rang 3 verdrängt.

Nur ein Drittel der Berfragten setzt auf alternative Finanzierungsformen

Eine stärkere Nachfrage an alternativen Kreditgebern sehen aktuell nur noch rund ein Drittel der Befragten. Die größte Bedeutung alternativer Kreditgeber haben aktuell fremdkapitalähnliche Strukturen (34,4 Prozent), gefolgt von eigenkapitalähnlichen Formen (31,3 Prozent). Auch Real Estate Private Equity ist mit 28,1 Prozent von vergleichbarer Bedeutung.

Dabei wird Versicherungen unter den alternativen Finanzierern eine langfristige Rolle beigemessen, den Kreditfonds sowie Pensionskassen und Versorgungswerken jedoch eine deutlich geringere Bedeutung.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Immobilienfinanzierung, Gewerbeimmobilien

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