| FAP-Barometer

Gewerbliche Immobilienfinanzierung: Stimmung hat sich verbessert

Kein Umfrageteilnehmer konstatiert eine restriktivere Marktlage
Bild: FAB

Die Stimmung der Kreditgeber im Finanzierungsmarkt für gewerbliche Immobilien hat sich im dritten Quartal 2014 deutlich verbessert: Das FAP-Barometer liegt bei 2,48 Punkten und damit rund 65 Basispunkte über dem zweiten Quartal. Zugleich stellt dies die Bestmarke 2014 und der vier Vorquartale 2013 dar.

Die Panelteilnehmer gehen weiterhin von sehr positiven Rahmenbedingungen auf dem Finanzierungsmarkt aus: Die Zahl der Befragten, die progressivere Finanzierungsbedingungen im Vergleich zum Vorquartal erkennen, wurde in diesem Quartal leicht übertroffen. Erstmals sehen mehr als 60 Prozent bessere Bedingungen als im Vorquartal.

Kein einziger Umfrageteilnehmer konstatiert eine restriktivere Marktlage. Knapp 40 Prozent bewerten die Finanzierungsbedingungen als gleichbleibend.

Neugeschäft positiv – Nischensegmente gewinnen an Bedeutung

Die positive Stimmung unter den Befragten spiegelt sich auch in der Bewertung des Neugeschäfts der Kreditgeber wider: Knapp 30 Prozent schätzen die Entwicklung des Neugeschäfts als „unverändert ansteigend“ ein, damit hat sich der Wert gegenüber dem Vorquartal fast verdoppelt (Q2 2014: 15 Prozent).

Weitere 18 Prozent berichten von einem „neuerdings ansteigenden“ Neugeschäft (Vorquartal: 21,7 Prozent). 38 Prozent erwarten ein stagnierendes Neugeschäft (Vorquartal 46 Prozent). Lediglich 15,6 Prozent gehen von einem neuerdings beziehungsweise unverändert abnehmenden Neugeschäft aus (Vorquartal 17,4 Prozent).

Nischenprodukte rücken in den Fokus der Investoren

Bei den finanzierten Immobilientypen rücken Nischensegmente stärker in den Fokus der Investoren. Das Segment „Sonstige Immobilien“, das unter anderem Entertainment- und Wellnessimmobilien umfasst, erlangt mit einem Zugewinn von 10,3 Prozentpunkten einen starken Bedeutungszuwachs und lässt somit Mikroapartments sowie Sozial- und Hotelimmobilien hinter sich.

Bei den Projektentwicklungen gewinnen Logistikimmobilien 2,6 Prozentpunkt hinzu, während das Hotelsegment 2,7 Prozentpunkte verliert. Bei der Finanzierung von Immobilienbeständen streuen die LTV-Werte im dritten Quartal 2014 zwischen 30 und 110 Prozent, der Schwerpunkt liegt über alle Finanzierungs- und Immobilientypen wie im Vorquartal bei 71 Prozent.
Nachfrage nach alternativen Geldgebern verfestigt sich

Die zuletzt deutlich gestiegene Nachfrage nach alternativen Kreditgebern verfestigte sich und weist in der Erhebung zum dritten Quartal einen Wert von 38,3 Prozent auf (Vorquartal: 38,1, Q1 2014: 28,85).

Die Fragen nach den möglichen Gründen für die verbesserte Kreditversorgung teilt das Panelfeld in zwei Hälften: 50 Prozent der Teilnehmer sehen das niedrige Zinsumfeld als die wichtigste Ursache für eine verbesserte Kreditvergabe. 41,1 Prozent sehen die starke Nachfrage vor dem Hintergrund des guten konjunkturellen Umfelds in Deutschland als wesentlichen Treiber. 8,9 Prozent führen weitere Gründe, etwa die Ausweitung des Neugeschäfts durch einen verstärkten Wettbewerb oder durch eine hohe Liquidität, mangelnde Anlagealternativen und stärkere Regulierungen an.

Mit über 85 Prozent geht die große Mehrheit des Panels davon aus, dass sich die verbesserte Kreditversorgung kurz- bis mittelfristig wieder in höheren Finanzierungsausläufen niederschlagen wird. Alternative Kreditgeber werden nach Meinung der meisten Panel-Experten (70 Prozent) auch zukünftig eine Bedeutung haben.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Immobilienfinanzierer

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