23.10.2012 | DTZ

Fonds-Liquidationen spülen Gewerbeimmobilien im Wert von 20 Milliarden Euro auf den Markt

Vor allem Büroimmobilien überschwemmen den Markt
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Einer Studie von DTZ zufolge machen die Gewerbeimmobilien-Portfolios der in Abwicklung befindlichen Fonds weltweit 20 Milliarden Euro aus. Mit 3,9 Milliarden Euro entfällt der Großteil auf den Bürosektor.

Das größte Volumen haben der CS Euroreal (5,3 Milliarden Euro), der SEB ImmoInvest (4,8 Milliarden Euro) und der KanAm Grundinvest Fonds (3,5 Milliarden Euro). Die aktuelle Studie von DTZ, einem Unternehmen der UGL Gruppe, analysiert die Auswirkungen, die die Liquidation Offener deutscher Immobilienfonds auf die Wertentwicklung  der Gewerbeimmobilien in den betroffen Regionen hat. Die Studie legt für die Berechnung das durchschnittliche Transaktionsvolumen zugrunde, das zwischen 2010 und 2012 investiert wurde.

Bis April 2017 Zwangsverkäufe in Höhe von 18,4 Milliarden

"Die entscheidende Frage ist, ob die lokalen Märkte diese absehbaren Verkäufe ohne negative Auswirkungen auf die Preisentwicklung absorbieren können", sagt Magali Marton, verantwortlich für das europäische Research bei DTZ und Autorin der Studie. Sie schätzt, dass in Europa bis April 2017 Verkäufe in Höhe von 18,4 Milliarden Euro anstehen. Der Wert dieser Verkäufe werde acht Prozent des jährlichen europäischen Investitionsvolumen ausmachen, in der Summe der Core-Märkte (Deutschland, Großbritannien und Frankreich) fünf Prozent.

In Südeuropa und den Benelux-Staaten falle der Anteil dieser Verkäufe mit zwölf bis 29 Prozent signifikant höher aus. "Hier wird es schwierig werden, die anvisierten Preise zu erzielen", so Marton.

Hoher Anteil Offener Immobilienfonds am Immobilienbestand in Osteuropa

Berücksichtigt man bei der Analyse der Zwangsverkäufe den Anteil der deutschen Offenen Fonds am Wert des gegenwärtig in Gewerbeimmobilien investierten Vermögens, ergibt sich langfristig ein optimistischeres Bild für die europäischen Märkte. Aus dieser Perspektive schneidet Südeuropa dank der Größe des Immobilienbestandes besser ab, während der Anteil der Offenen Immobilienfonds in den osteuropäischen und in den Benelux-Staaten am höchsten liegt (1 bis 1,6 Prozent). Zum Vergleich: Der europäische Durchschnitt liegt bei 0,7 Prozent.

612 Immobilien im Besitz kriselnder Offener Fonds

Im September 2012 wurden laut Marton weltweit 612 Immobilien durch Offene deutsche Immobilienfonds gehalten, die mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Diese Portfolios verfügen über eine Mietfläche von rund neun Millionen Quadratmetern, davon liegen 8,2 Millionen Quadratmeter in Europa. Am stärksten vertreten ist bei den Offenen Immobilienfonds, die jetzt liquidiert werden, der Bürosektor. Es folgen Einzelhandelsimmobilien mit einer Fläche von insgesamt 1,6 Millionen Quadratmetern. Sowohl die Büroimmobilien als auch die Einzelhandelsimmobilien liegen mehrheitlich in Europa.

"Im aktuellen Marktumfeld gehen Investoren äußerst selektiv vor und fokussieren sich ganz klar auf höchste Qualität sowie die liquidesten Assets in den Core-Märkten", sagt Marton abschließend. "Wir erwarten diesen Ansatz auch bei den sich bietenden Opportunitäten durch die offenen deutschen Immobilienfonds."

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