3,1 Milliarden US-Dollar mehr hätten laut Knight Frank 2017 in deutsche Gewerbeimmobilien investiert werden müssen Bild: mauritius images / United Archives

Kanada und Deutschland sind laut einer Analyse von Knight Frank als Investmentmärkte für Gewerbeimmobilien unterbewertet. Dabei sei Potenzial da: Der Immobilienberater geht davon aus, dass Kanada weitere 4,5 Milliarden US-Dollar Immobilienkapital pro Jahr anziehen könnte, im Fall von Deutschland könnten es zusätzliche 3,1 Milliarden US-Dollar sein.

Die Untersuchung ist Teil des neuen "Active Capital Report" von Knight Frank. Dafür wurde ein Gravitationsmodell entwickelt, das mehr als 40 Variablen verwendet, die sich auf künftige Immobilieninvestitionen auswirken, darunter das BIP pro Kopf, die relative Stärke der Währung und der Standort des Ziellandes.

Deutschland: am stärksten untergewichteter europäischer Markt

Der Analyse zufolge ziehen sechs europäische Länder weniger grenzüberschreitende Investitionen in Gewerbeimmobilien an als ihr Potenzial erwarten lässt: Deutschland ist mit zusätzlich möglichen 3,1 Milliarden Dollar laut der Berechnung von Knight Frank der am stärksten untergewichtete europäische Markt. 2017 zog Deutschland unter den betrachteten Ländern dennoch das meiste Kapital an: 35,5 Milliarden US-Dollar.

Es folgen im Rang der untergewichteten Länder in Europa die Schweiz mit zusätzlich möglichen 1,8 Milliarden US-Dollar, Schweden (1,8 Milliarden US-Dollar), Frankreich (1,6 Milliarden US-Dollar) und Belgien (1,1 Milliarden US-Dollar). Ebenfalls deutlich unter dem prognostizierten Niveau liegen die ausländischen Investitionen in Österreich (0,9 Milliarden US-Dollar).

Außerhalb Europas stechen laut Knight Frank die Schwellenländer Indonesien und Malaysia mit jeweils einer Milliarde US-Dollar pro Jahr im Vergleich zwischen dem umgesetzten und dem zusätzlich möglichen ausländischen Kapital hervor.

"Ein weiterer Kapitalzufluss wird sich auch sehr positiv auf deutsche Investoren und vor allem auf die insgesamt positive Stimmung für unseren gesunden Immobilienmarkt auswirken", meint Ole Sauer, Managing Partner von Knight Frank in Deutschland.

Moderne Büroflächen: Deutschland international abgehängt

Im Bereich der hochmodernen Büroflächen steht Deutschland Knight Frank zufolge trotz zunehmender Neubautätigkeit noch eindeutig hinter international konkurrierenden Märkten.

"Beim Blick auf die Fundamentaldaten des Marktes und der Wirtschaft sowie der sozioökonomischen Faktoren, die die Kapitalzufuhr zwischen einzelnen Ländern beeinflussen, haben wir festgestellt, dass Kanada und einige der am weitesten fortgeschrittenen europäischen Immobilienmärkte – einschließlich Deutschland und Frankreich – mehr Inbound-Investment vertragen könnten", ergänzt William Matthews, Leiter Commercial Research bei Knight Frank.

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Schlagworte zum Thema:  Gewerbeimmobilien, Investment

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