18.08.2016 | LBS Research

Analyse: Geschosswohnungsbau breitet sich aus – Eigentumsquote stagniert

Geschosswohnungsbau: Ausgedehnt wird LBS Research zufolge der Bestand an Mietwohnungen
Bild: Corbis

Was die Dynamik beim Wohnungsneubau betrifft, liegt der Geschosswohnungsbau derzeit vorne. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von LBS Research. Demnach hat sich der Neubau von Mietwohnungen (reine Mietwohnungen und vermietete Eigentumswohnungen) mit 106 Prozent seit 2010 mehr als verdoppelt. Dabei stagniert die Wohneigentumsquote in Deutschland bei 43 Prozent.

Die Entwicklung der Baugenehmigungszahlen zeigt nach Ansicht der Immobilienexperten von LBS Research, dass Deutschland beim Neubau zwar quantitativ auf dem richtigen Weg ist, aber so den Wohnungsbedarf noch nicht decken kann. Expertenschätzungen gehen davon aus, dass bis 2020 jährlich zwischen 350.000 und 400.000 neue Wohnungen entstehen müssen.

Die Zahl der genehmigten Wohnungen belief sich im vergangenen Jahr insgesamt, also einschließlich der neu geschaffenen Wohnungen in bestehenden Gebäuden und den Wohnungen in sogenannten Nicht-Wohngebäuden, auf 309.000. Anlass zur Sorge gebe allerdings die immer deutlicher werdende Verschiebung der Bautätigkeit hin zu einem von Mietwohnungen geprägten Geschosswohnungsbau.

Wohneigentumsquote in Deutschland seit zehn Jahren bei 43 Prozent

Ausgedehnt wird LBS Research zufolge vorwiegend der Bestand an Mietwohnungen. Unterstellt man auf Basis der jüngsten Mikrozensus-Erhebung, dass rund 40 Prozent der genehmigten Eigentumswohnungen für Selbstnutzer gebaut werden, so entstehen im Geschosswohnungsbau derzeit zu 80 Prozent Mietwohnungen und nur zu 20 Prozent Wohnungen für Selbstnutzer.

Die Wohneigentumsquote, die seit Jahren bei 43 Prozent stagniert (Westdeutschland: 46 Prozent, Ostdeutschland 36 Prozent), wird durch die aktuelle Struktur der Bautätigkeit nicht verändert, konstatieren die Immobilienexperten von LBS Research. Die Bundesrepublik ist demnach Schlusslicht in Europa; nur die Schweiz hat mit 38 Prozent einen noch geringeren Anteil. Ein Grund sei, dass Haushalte mit durchschnittlichem Einkommen sich Wohnungen häufig nicht leisten könnten, trotz der derzeit günstigen Finanzierungsbedingungen.

Lesen Sie auch:

Wohnungsbau: Starker Anstieg von Genehmigungen in Wohnheimen "schönt" Zahlen

Wohnungsnot: Hendricks bringt Grundgesetzänderung ins Spiel

Wohnungsneubau: Preise steigen im Mai erneut um 2,1 Prozent

Wohnungsbau: Für 2016 Wachstum von 1,6 Prozent prognostiziert

Schlagworte zum Thema:  Wohnungsbau

Aktuell

Meistgelesen