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86,7 Prozent der Gebäude in Ostdeutschland energetisch saniert

Ostdeutschland ist Vorreiter bei der energetischen Gebäudesanierung
Bild: SBV Solingen

In den Beständen der ostdeutschen Wohnungsunternehmen wurden seit 1990 bereits 86,7 Prozent der Gebäude energetisch modernisiert, wie der Immobilienverband GdW mitteilt. Zum Vergleich: In Westdeutschland liegt dieser Wert derzeit bei 50 Prozent. Bei der Inanspruchnahme von Fördermitteln liegt Baden-Württemberg vorn: 2014 flossen 20 Prozent der KfW-Gelder in den Südwesten.

"Die geringere Inanspruchnahme von Mitteln für die energetische Sanierung in den neuen Ländern gegenüber Westdeutschland macht lediglich deutlich, dass im Osten in diesem Bereich in der Vergangenheit bereits viel mehr geleistet wurde", so Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW.

Starkes Gefälle bei der Mittelverteilung

Bei der Mittelverteilung für die energiesparende Dämmung von Gebäuden in Deutschland gibt es ein starkes Gefälle. So flossen im vergangenen Jahr von insgesamt 3,7 Milliarden Euro für zinsverbilligte Zuschüsse und Kredite der staatlichen KfW-Förderbank 20 Prozent nach Baden-Württemberg.

Das sind 735 Millionen Euro, wie aus einer Antwort der Parlamentarischen Wirtschaftsstaatssekretärin Brigitte Zypries an die Grünen hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

18,3 Prozent der Mittel wurden von Bürgern in Nordrhein-Westfalen beantragt, gefolgt von Bayern mit einem Anteil von 15,8 Prozent. Vor allem in Ostdeutschland mit Ausnahme Berlins werden die Mittel weniger in Anspruch genommen.

"Der Osten ist bei diesen Programmen quasi abgehängt", sagte die Vorsitzende des Bundestags-Umweltausschusses, Bärbel Höhn (Grüne), der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Die Bundesregierung muss dringend eine passende Förderung für investitionsschwache Haushalte auflegen und mehr Mittel für eine sozial verträgliche energetische Quartierssanierung bereitstellen."

Schlusslichter sind unter den Flächenländern das Saarland (38 Millionen Euro an Zusagevolumen 2014), Mecklenburg-Vorpommern (39 Millionen Euro) und Thüringen (59 Millionen Euro).

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Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Energetische Gebäudesanierung

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