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Lage am Wohnungsmarkt für Studenten verschärft sich

TU München: In der bayerischen Landeshauptstadt fehlt am meisten Wohnraum für Studenten
Bild: Peter von Bechen ⁄

Der studentische Wohnungsmarkt ist in 39 der 87 größeren Universitätsstädte weiterhin sehr angespannt, wie eine Studie des Projektentwicklers GBI zeigt. Etwa in Freiburg sind die Mieten und WG-Preise gegenüber 2014 noch einmal deutlich gestiegen. Damit ist die Stadt von Platz 9 auf 6 im Ranking der Universitätsstädte mit der angespanntesten Wohnsituation gesprungen. Am schwierigsten ist die Suche in München.

Die Zahl der Städte in Deutschland, in denen eine angespannte Situation auf dem studentischen Wohnungsmarkt festzustellen ist, stieg von 32 auf 39. In den Vorjahren gehörten nur jeweils 13 Hochschulstandorte zu dieser Kategorie. Am schwierigsten ist die Suche nach der passenden Wohnung in München, vor Frankfurt am Main und Hamburg.

Verschlechtert hat sich die Situation im Vergleich zum Vorjahr neben Freiburg vor allem in Tübingen, Aachen, Gießen und Marburg. Nach der aktuellen Studie ist nun erstmals auch in Aachen, Bonn und Düsseldorf zu Semesterbeginn ein deutlicher Mangel an Unterkünften, zu erwarten.

Auch der durchschnittliche Anspannungsfaktor beim studentischen Wohnen erhöht sich dieses Jahr weiter, von 33,7 auf 34,5 Punkte. Maximal möglich sind 100 Punkte. München erreicht mit 80 Punkten den mit Abstand höchsten Wert, nach 79 im Vorjahr. Auf den Plätzen hinter München gibt es im Jahr 2015 Veränderungen. Frankfurt überholte mit Hamburg den bisherigen Zweiten. Einen Platztausch gab es auch zwischen Stuttgart (nun Vierter) und Köln (jetzt Fünfter).

Wohnsituation verschlechtert sich vor allem in traditionellen Uni-Städten

Verschlechtert hat sich die Wohnsituation im Vergleich zum Vorjahr vor allem in renommierten Universitätsstädten mittlerer Größe.

In Freiburg stieg der Anspannungsfaktor von 58,5 auf 63,5 Punkte. So rückte die Stadt im Ranking schwieriger Märkte von Platz 9 auf 6 vor. Auch in Tübingen (58 statt 52 Punkte, Platz 12 auf 9), Aachen (53,5 statt 48 Punkte, Platz 16 auf 13) und Gießen (42,5 statt 36 Punkte, Platz 31 auf 25) verschärfte sich die Lage.

In diesen Mittelstädten macht sich der gegenwärtige Zustrom von Studierenden besonders bemerkbar und gibt es aufgrund der Städtestruktur kaum kurzfristig zu aktivierende Reserven an angemessenen Wohnungen.

Die Top 20-Städte im Anspannungs-Ranking 

  1. München 80 Punkte (Vorjahr 79)
  2. Frankfurt 71 Punkte (70,5)
  3. Hamburg 70 Punkte (73)
  4. Stuttgart 66 Punkte (63)
  5. Köln 64,5 Punkte (70)
  6. Freiburg 63,5 Punkte (58,5)
  7. Berlin 62,5 Punkte (62)
  8. Heidelberg 60,5 Punkte (60)
  9. Tübingen 58 Punkte (52)
  10. Darmstadt 57,5 Punkte (58)
  11. Konstanz 55 Punkte (58,5)
  12. Münster 54 Punkte (51,5)
  13. Aachen 53,5 Punkte (48)
  14. Karlsruhe 53 Punkte (54,5)
  15. Ulm 52,5 Punkte (46,5)
  16. Mainz 52 Punkte (49)
  17. Düsseldorf 51 Punkte (49)
  18. Ingolstadt 51 Punkte (keine Teilnahme im Vorjahr)
  19. Bonn 50,5 Punkte (47,5)
  20. Erlangen 48,5 Punkte (46,5)

Die Studie belegt außerdem, wie stark die Wohnsituation von der Entwicklung der Studierendenzahlen abhängt. Während diese im Schnitt aller untersuchten Universitätsstädte um 1,2 Prozent sank, steigt sie bei den im Ranking vorne platzierten Städten an.

Um ein Prozent bei den Top 25-Städten, bei den Top 10 sogar um 4,5 Prozent. Am anderen Ende des Ranking ist eine entgegengesetzte Entwicklung zu beobachten. Dort gehen die Studierendenzahlen bei Städten mit weniger als 25 Punkten um 2,7 Prozent zurück. Ähnlich die Zahlen bei Erstsemestern: Während es in den Top 10 des Rankings einen Anstieg von 1,9 Prozent gab, sank die Zahl im Gesamtschnitt um 2,4 Prozent.

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Schlagworte zum Thema:  Wohnungsmarkt, Student

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