Frankfurt: Preise für Eigentumswohnungen steigen rasant

Die Frankfurter Immobilienpreise schnellen in die Höhe. Planungsdezernent Mike Josef (SPD) sprach von einer "dramatischen Entwicklung": Eine neue Eigentumswohnung kostete 2016 im Schnitt 4.940 Euro, das ist ein Plus von 30 Prozent innerhalb von drei Jahren. Besonders teuer sind Wohnungen in neuen Hochhäusern mit durchschnittlich 7.000 Euro pro Quadratmeter. Die Situation wird sich in der Post-Brexit-Ära durch Zuzüge aus London vermutlich weiter verschärfen.

Josef stellte die Zahlen heute zusammen mit dem Gutachterausschuss für Immobilienwerte vor. Der Anteil neuer Hochhauswohnungen erreichte 30 Prozent am Markt für Eigentumswohnungen, 2013 lag er noch bei lediglich drei Prozent. Derzeit sind rund zehn weitere Prozent in der Planung, einige im Luxussegment. Alleine auf dem ehemaligen Areal der Deutschen Bank in der Innenstadt von Frankfurt am Main werden in diesem Jahr vier neue Wohntürme gebaut.

"Die Zahlen zeigen zugleich, dass Wohnhochhäuser für Frankfurts Probleme keine Lösung sind", so Josef. Die Preise seien kaum bezahlbar. Der Dezernent forderte den Bau eines neuen Stadtteils, um angesichts des anhaltenden Zuzugs in die Stadt die Lage auf dem Wohnungsmarkt zu entspannen.

Frankfurt wächst nach Angaben von Josef derzeit im Schnitt um rund 15.000 Einwohner jährlich. Viele Familien zögen ins Umland zögen, weil sie sich die Wohnungen nicht mehr leisten könnten. In einer Umfrage von EY Real Estate im Juli 2016 hatten 86 Prozent der Marktakteure angegeben, dass die Frankfurter Preise für Wohnimmobilien als Folge des Brexit steigen werden.

Vor allem Banken zieht es von London nach Frankfurt

Die Lage dürfte verschärft werden, wenn es die Finanzwelt als Folge des von Premierministerin Theresa May angekündigten "harten" Brexit weiter stark nach Frankfurt zieht. Der Umzug der US-Investmentbank Goldman Sachs ist schon länger im Gespräch, wie wir berichteten. Laut einem neuen Bericht des "Handelsblatts" will Goldman Sachs die Mitarbeiterzahl in London halbieren und eine Europa-Bank in Frankfurt gründen.

Damit wird die Zahl der Mitarbeiter in Großbritannien etwa auf 3.000 sinken, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Finanzkreise. Die Bank erwäge bis zu 1.000 Beschäftigte nach Frankfurt zu verlegen, darunter Mitarbeiter aus dem Handelsgeschäft sowie Topbanker. Frankfurt wird nach Angaben der Deutschen Bank weiter Abwanderer (Expats) aus London anziehen.

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