Ob wohnen oder arbeiten: Hochhäuser treiben den Handel mit Frankfurter Immobilien Bild: KSP Jürgen Engel Architekten / RFR Holding GmbH

Die Nachfrage nach Frankfurter Immobilien bleibt hoch, bei weiter steigenden Preisen über alle Sektoren hinweg. Dass der Geldumsatz im ersten Halbjahr 2017 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016 um 13 Prozent gestiegen ist, liegt dem Gutachterausschuss zufolge am Handel mit hochpreisigen Büroimmobilien. Dass sich neue Eigentumswohnungen rechnerisch um 25 Prozent verteuert haben, liegt an den gut nachgefragten Wohnhochhäusern in Innenstadtlage.

Je höher das Haus, desto höher der Preis, galt schon 2015. Rund 4.500 Euro mussten damals laut Gutachterausschuss im Schnitt für eine Wohnung in den zehn unteren Stockwerken bezahlt werden. Mit 16.000 Euro pro Quadratmeter wurde im Westend der Spitzenpreis des Jahres 2015 erzielt. Die teuerste Wohnung stand auch vor zwei Jahren im Europaviertel: Sie wechselte für vier Millionen Euro den Besitzer. Planungsdezernent Mike Josef (SPD) nannte das Phänomen Anfang des Jahres eine "dramatische Entwicklung".

Auch im ersten Halbjahr 2017 war das Europaviertel der aktivste und teuerste Teilmarkt. Gehandelt wurden 173 Wohnungen zu einem durchschnittlichen Preis von 6.510 Euro pro Quadratmeter, die teuerste ging für 8.960 Euro pro Quadratmeter weg. Es folgt Bockenheim mit 71 gehandelten Wohnungen und einem Durchschnittspreis von 5.430 Euro pro Quadratmeter (Höchstpreis: 6.340 Euro pro Quadratmeter). Sachsenhausen schafft es mit 68 Wohnungsdeals und einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 5.420 Euro auf den dritten Platz (Höchstpreis: 6.210 Euro pro Quadratmeter).

Kaufpreise unter 4.000 Euro pro Quadratmeter die Ausnahme

Für Gesamt-Frankfurt kamen die Gutachter in ihrer aktuellen Berechnung auf einen Durchschnittspreis von 5.430 Euro pro Quadratmeter für eine neue Wohnung – das ist rechnerisch eine Preissteigerung um 25 Prozent und entspricht einer realen Preissteigerung unter Beachtung der individuellen Lage von immer noch zehn Prozent. Weniger attraktive Lagen werden kaum bebaut.

Während in den vergangenen Jahren sehr hohe Preise aus Ausreißer betrachtet wurden, sind derzeit den Gutachtern zufolge bei Neubauten Kaufpreise unter 4.000 Euro pro Quadratmeter die Ausnahme. Wohnhochhäuser erzielten einen Durchschnittspreis von knapp 8.000 Euro pro Quadratmeter. Hochhäuser erleben derzeit einen Imagewandel, die Klientel wird elitärer. Auch in Berlin steht man auf vertikalen Luxus.

Insgesamt wurden in Frankfurt in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres 545 Neubauwohnungen gehandelt. Bei Altbauwohnungen (Baujahr vor 1950) kostete der Quadratmeter im Schnitt 4.480 Euro. Wohnungen, die zwischen 1950 bis 1974 gebaut wurden, waren mit von 2.930 Euro pro Quadratmeter deutlich günstiger. Die Preise steigern sich bei neueren Baujahren (1975 bis 1999) auf 3.180 Euro pro Quadratmeter, während Wohnungen die ab 2000 gebaut wurden, 5.080 Euro pro Quadratmeter erzielten. 

Schlagworte zum Thema:  Eigentumswohnung, Wohnimmobilien, Hochhäuser

Aktuell
Meistgelesen