| PwC/ZIA/bsi

Fondsmanager sehen KAGB-Neuregulierung als Chance

Bei der Nachfrage liegen die Immobilien ganz klar vorne
Bild: egeneralk/Fotolia.com

Die Manager Alternativer Investmentfonds (AIF) sehen die Rahmenbedingungen des neuen Kapitalanlagegesetzbuches (KAGB) vorwiegend als Chance. Das ist ein Ergebnis einer Umfrage unter 100 Marktteilnehmern der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, des Zentralen Immobilien Ausschusses ZIA und des bsi Bundesverbands Sachwerte und Investmentvermögen.

Die Anbieter haben demnach alle Anstrengungen unternommen, um dem KAGB zu entsprechen und eine Zulassung als Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) zu erhalten.

"Die meisten Manager alternativer Investmentfonds haben erkannt, dass die gestiegenen Anforderungen zu einer Konsolidierung der Branche führen werden", sagt Susanne Eickermann-Riepe, Partnerin Asset Management bei PwC. Die Anleger könnten sich nun auf ein einheitliches Regulierungs- und Anlegerschutzniveau verlassen. Dieses Umfeld biete auch interessante Geschäftschancen.

Die Befragten waren überwiegend (60 Prozent) der Meinung, dass sich die Anzahl der AIF-Manager bis 2020 verringern wird. Die Gründe dafür sehen die Unternehmen vor allem in den hohen Anforderungen und Einstiegshürden für kleine Marktteilnehmer. Hinsichtlich der zukünftigen Umsatzerwartung war das Meinungsbild eher uneinheitlich, die Mehrzahl geht von einem gleichbleibenden (35 Prozent) oder steigenden Umsatz (43 Prozent) der Manager alternativer Assets aus. Knapp ein Viertel (22 Prozent) der Befragten rechnet mit einem verringerten Umsatz. Bei den etablierten Dienstleistern wird mehr Geschäft erwartet, insbesondere in der Fondsadministration.

Immobilieninvestitionen stark nachgefragt

Mit Blick auf die Nachfrage nach den einzelnen Asset-Klassen liegen die Immobilien ganz klar vorne: Der Großteil der Befragten (78 Prozent) geht davon aus, dass die Nachfrage nach Immobilieninvestitionen bis 2020 steigen wird. Kein einziges Unternehmen befürchtet einen Rückgang in dieser Asset-Klasse.

"Bis 2020 steigt die Nachfrage nach Immobilieninvestments weiter an", so Axel von Goldbeck, Sprecher der ZIA-Geschäftsführung. 45 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Nachfrage institutioneller Investoren nach offenen AIFs steigen wird; lediglich 36 Prozent sehen hier eine Stagnation. Als Haupttreiber sehen sie die Versicherungen, die im aktuellen Niedrigzinsumfeld weiterhin auf der Suche nach Rendite sind. Demgegenüber erwartet ein Großteil der befragten Unternehmen allerdings rückläufige oder stagnierende Nachfrage privater Anleger.

Als Profiteure des neuen Gesetzes wurden in der Umfrage auch die AIF-Verwahrstellen genannt. Sowohl hinsichtlich der Anzahl als auch des Umsatzes sehen die Befragten eine Steigerung. Ein Umsatzanstieg wird sogar von 79 Prozent der Befragten erwartet. Das zusätzliche Umsatzpotenzial entsteht vor allem im Bereich der Geschlossenen AIF, denn diese benötigen seit der KAGB-Einführung erstmals eine Verwahrstelle.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Kapitalanlegegesetzbuch (KAGB)

Aktuell

Meistgelesen