28.04.2016 | bsi-Branchenzahlen 2015

Fonds: 83 Prozent aller Investitionen gingen in Immobilien

Immobilien bleiben auch im laufenden Jahr der Investitionsschwerpunkt der bsi-Mitglieder
Bild: Corbis

Die befragten 25 Mitgliedsunternehmen des bsi Bundesverbands Sachwerte und Investmentvermögen haben 2015 insgesamt 8,9 Milliarden Euro in Sachwerte investiert. 83 Prozent (7,4 Milliarden Euro) davon flossen in Immobilien. Für 2016 gaben 87 Prozent der Studienteilnehmer an, im Rahmen von geschlossenen Spezial-AIF in Immobilien zu investieren.

Das Volumen der Assets Under Management der bsi-Mitgliedsunternehmen lag zum Stichtag 31.12.2015 bei 136,1 Milliarden Euro (2014: 160,1 Milliarden Euro). Mit 75,5 Milliarden Euro entfallen mehr als 55 Prozent der verwalteten Assets auf den Bereich Immobilien.

Investitionen erfolgen überwiegend über regulierte Vehikel

Die Investitionen der Sachwertbranche erfolgten überwiegend durch regulierte Vehikel: 82 Prozent (7,3 Milliarden Euro) ihrer Investitionen in Sachwerte realisierten die bsi-Mitglieder 2015 über regulierte Vehikel unter dem deutschen KAGB und europäischen Normen.

Dazu gehörten geschlossene Publikums- und Spezial-AIF (0,7 Milliarden Euro beziehungsweise 1,5 Milliarden Euro), offene Spezial-AIF (2,8 Milliarden Euro) und die europäisch regulierten Luxemburger Strukturen (SICAF und SICAV: 2,3 Milliarden Euro).

Dem stehen 18 Prozent beziehungsweise 1,6 Milliarden Euro an neuen Investitionen über unregulierte oder teilregulierte Produkte wie Direktinvestments, Vermögensanlagen, Inhaberschuldverschreibungen und sonstige Anlagen gegenüber.

Fondsvolumen- und Eigenkapitalplatzierung steigen

Auf der Produktseite haben die Mitglieder des bsi im Jahr 2015 35 neue Alternative Investmentfonds (AIF) an den Markt gebracht (2014: 39). Davon waren 16 Publikums-AIF (2014:16), 14 geschlossene Spezial-AIF (2014: 15) und fünf offene Spezial-AIF (2014:8).

Ein klar positiver Trend zeigt sich beim Platzierungsgeschehen: So konnten die Mitglieder des bsi im Jahr 2015 für ihre geschlossenen Publikums-AIF eine Milliarde Euro Fondsvolumen platzieren und 521 Millionen Euro Eigenkapital bei Privatanlegern einwerben (2014: 81 Millionen Euro).

Bei professionellen Investoren wurden 1,7 Milliarden Euro Fondsvolumen platziert und eine Milliarde Euro Eigenkapital für geschlossene Spezial-AIF eingeworben (2014: 592 Millionen Euro).

Privatanleger bevorzugen Immobilien

Bezogen auf die Platzierungszahlen sind Immobilien der Spitzenreiter: Bei den geschlossenen Publikums-AIF flossen laut bsi 325 Millionen Euro in diese Assetklasse (2014: 49 Millionen Euro), das entspricht einem Anteil von 62,4 Prozent am gesamten Platzierungsvolumen im Publikumsbereich. Professionelle Investoren beteiligten sich mit 808 Millionen Euro Eigenkapital (2014: 514 Millionen Euro) an geschlossenen Immobilien-Spezial-AIFs, das entspricht einem Anteil von 78,7 Prozent am gesamten, über Spezial-AIFs platzierten Eigenkapital.

Ausblick 2016

Immobilien bleiben auch im laufenden Jahr der Investitionsschwerpunkt der bsi-Mitglieder. 87 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, 2016 im Rahmen von geschlossenen Spezial-AIF in Immobilien zu investieren, 74 Prozent gaben dies auch für Publikums-AIF an.

Bezogen auf Anlagen außerhalb des KAGB, planen 35 Prozent der bsi-Mitglieder in Luxemburger Strukturen zu investieren. Weitere 30 Prozent planen mit Direktinvestments. Vermögensanlagen sind für 22 Prozent Gegenstand der Planungen, 17 Prozent ziehen demnach auch Inhaberschuldverschreibungen in Betracht.

Bezogen auf das Verhältnis von Anbietern und Produkten erwarten die bsi-Mitglieder, dass die Zahl der Anbieter 2016 stagnieren oder sinken wird (je 43 Prozent der Befragten). Die Zahl der Produkte soll dagegen nach Auffassung von 78 Prozent der Befragten steigen.

Bei den Vehikeln wird nach Auffassung der bsi-Mitglieder 2016 der Spezial-AIF klarer Spitzenreiter sein, hier erwarten 83 Prozent der Befragten, dass deren Anzahl steigen wird. 57 Prozent der Befragten gehen zudem davon aus, dass auch die Zahl der geschlossenen Publikums-AIF steigen wird, 39 Prozent erwarten in diesem Bereich jedoch auch eine Stagnation. Fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) erwartet außerdem, dass die Zahl sonstiger Anlagen 2016 ansteigen wird.

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