| Drees & Sommer

FM-Anbieter schlecht auf länderübergreifende Angebote vorbereitet

"Green FM" steckt europaweit noch in den Kinderschuhen
Bild: Drees & Sommer

Internationale Unternehmen suchen nach Facility Management (FM)-Anbietern, die länderübergreifende Modelle mit Eigenleistung anbieten. Dazu müssten die Prozesse europaweit standardisiert werden. Auf diesen Wandel sind jedoch die meisten Anbieter nicht vorbereitet, wie eine Studie von Drees & Sommer zeigt. Rund 100 FM-Dienstleister wurden befragt.

Auf die Frage, ob der FM-Dienstleister Verträge mit seinen Auftraggebern hat, die mindestens zwei Länder umfassen, haben 45 Prozent der Befragten mit ja, 55 Prozent mit nein geantwortet. Ganz Europa deckt dabei kein Anbieter mit hoher "Eigenleistungstiefe" ab.

Trend zum Outsourcing hält an

Demzufolge haben die Auftraggeber nur die Wahl zwischen Modellen mit Eigenleistung, die jedoch nicht europaweit angeboten werden, und reinen Management-Modellen, bei denen die Leistungen an Subunternehmer vergeben werden. Die Studie hat einen erkennbaren Trend zum weiteren Outsourcing von FM-Dienstleistungen in ganz Europa aufgezeigt – über nahezu alle Branchen hinweg. Folglich werden auch die Marktanforderungen internationaler Kunden an internationale Dienstleister weiter steigen. Die Dienstleister sind gefordert, darauf zu reagieren.

Green FM europaübergreifend noch in den Anfängen

Ernüchternd waren die Ergebnisse im Teilbereich "Green FM": So schätzen zwar 86 Prozent der Befragten die Leistungen des Green FM für ihre Kunden sehr wichtig ein, jedoch bieten gerade 72 Prozent Green-FM-Leistungen selbst an – und auch diese nicht in ganz Europa. Mittels Freitexteingabe konnten die Befragten die Leistungen angeben, die sie in diesem Bereich offerieren. Aufgeführt wurden

  • Green Lease Contracts
  • Energie- und Müllmanagement
  • Unterstützungsleistungen bei Green-Building-Zertifizierungen
  • Green Cleaning

Strategische, ganzheitliche Green-Building-Leistungen werden von den Dienstleistern überwiegend nicht angeboten. Nachhaltigkeitsmessungen im Betrieb und die Ableitung von Optimierungsmaßnahmen – wie sie von Global Playern vermehrt gefordert werden – sind für die operativen Anbieter in Europa derzeit größtenteils (noch) Zukunftsmusik.

Bei innovativen Konzepten hinken Anbieter dem Markt hinterher

Auch die Frage nach innovativen Lösungskonzepten zeigt, dass die Anbieter den Marktanforderungen hinterherhinken. Auf die Frage, ob ihr Unternehmen innovative Lösungskonzepte anbiete, haben 52 Prozent mit ja, und 1,5 Prozent mit nein geantwortet. Über 46 Prozent haben diese Frage gar nicht beantwortet. 

Im Freitextfeld wurden unter anderem Total FM, Ergebnisorientierte Leistungen und Ergebnisgarantie, Energiemanagement mit zustandsorientierter Instandhaltung, Life Cycle Modelle inkl. Investitionen und Instandhaltungsgarantie und Gainsharing-Modelle angegeben. Nirgends zu finden waren CO2-Footprint-Optimierungen oder übergreifende strategische Managementkonzepte.

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