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Flüchtlingsunterbringung: Jede dritte Kommune plant neue Wohnungen

Derzeit fehlen etwa 370.000 Plätze für Flüchtlinge
Bild: S. Hofschlaeger ⁄

Für die Unterbringung von Flüchtlingen fehlen den Kommunen in diesem Jahr noch 370.000 Plätze. In den kommenden Jahren plant jede dritte Kommune (36 Prozent) den Neubau von Wohngebäuden zur Flüchtlingsunterbringung. Das geht aus einer Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) unter 300 Kommunen hervor.

Deutschlands Kommunen rechnen damit, im laufenden Jahr insgesamt knapp 870.000 Flüchtlinge aufzunehmen. Derzeit stehen aber nur Kapazitäten für die Unterbringung von knapp 500.000 Menschen zur Verfügung – etwa 370.000 Plätze fehlen der Studie zufolge.

Insgesamt sind derzeit etwa 185.000 Flüchtlinge in Wohngebäuden untergebracht, diese Zahl soll bis Jahresende auf etwa 340.000 steigen. In zuletzt ungenutzten Liegenschaften finden derzeit rund 100.000 Personen eine vorläufige Bleibe, in Wohncontainern und in bislang leer stehenden Wohngebäuden sind derzeit 56.000 beziehungsweise 60.000 Menschen untergebracht.

Drei Prozent der befragten Kommunen haben bisher noch keine Flüchtlinge aufgenommen. 73 Prozent hatten zum Stichtag 30.9. mehr als 100 Flüchtlinge untergebracht, bei sechs Prozent der Kommunen waren es zum Stichtag über 1.000 Flüchtlinge.

Auf die Kosten, die durch die Aufnahme, Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge entstehen, reagieren die Verantwortlichen in den Kommunen unter anderem mit Einsparungen an anderer Stelle (35 Prozent der Kommunen) und der Verschiebung von Investitionen (31 Prozent). 40 Prozent der Kommunen rechnen damit, aufgrund der Kosten für die Flüchtlingsunterbringung im Jahr 2016 zusätzliche Schulden machen zu müssen.

An der repräsentativen Studie nahmen 300 deutschen Kommunen mit mehr als 10.000 Einwohnern teil. Sie wurde im Oktober 2015 durchgeführt wurde. Die Ergebnisse der Studie sind online abrufbar.

Für das kommende Jahr rechnen 40 Prozent der Städte und Gemeinden mit zusätzlichen Schulden – hochgerechnet soll die Verschuldung um weitere 1,2 Milliarden Euro steigen.

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Schlagworte zum Thema:  Kommunen, Kommune, Flüchtlinge, Wohnungsbau

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