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Flächenumsatz am Logistikmarkt knackt erneut Millionen-Schwelle

Logistikdienstleister sind an der Spitze der Branchengruppen
Bild: Haufe Online Redaktion

Der Gesamtumsatz auf dem deutschen Logistik- und Lagerflächenmarkt liegt im ersten Quartal 2014 bei 1,08 Millionen Quadratmetern und damit rund ein Prozent über dem vergleichbaren Vorjahresergebnis. Dies ergibt eine Analyse von BNP Paribas Real Estate (BNPPRE). Zum vierten Mal in Folge wurde damit die Schwelle von einer Million Quadratmetern übertroffen.

Verantwortlich dafür seien neben fortschreitenden Outsourcing-Prozessen der deutschen Industrie auch neue Trends, wie die wachsende Bedeutung von E-Commerce. Zwei weitere wichtige Entwicklungen wurden zum Jahresbeginn bestätigt. Das ist zum einen die Bedeutung von Eigennutzern, die rund 54 Prozent (Vorjahreszeitraum: knapp 41 %) zum registrierten Umsatz beigetragen haben, zum anderen der mit knapp 64 Prozent hohe Anteil von Neubauflächen.

Logistikdienstleister kommen auf einen Umsatzanteil von 44,5 Prozent

Wie auch im Vorjahreszeitraum haben sich Logistikdienstleister bislang an die Spitze der Branchengruppen gesetzt und kommen auf einen Umsatzanteil von 44,5 Prozent. Damit konnten sie das bereits sehr starke Vorjahresergebnis (41 %) noch einmal überbieten.

Verantwortlich für die rege Nachfrage ist einerseits die generelle Konjunkturbelebung, die zu steigenden Warenströmen beiträgt, andererseits der anhaltende Trend zur Ausweitung der Dienstleistungspalette von Logistikdienstleistern, der zusätzliches Geschäft generiert. Auf den zweiten Rang vorgeschoben haben sich die im letzten Jahr noch drittplatzierten Handelsunternehmen, die knapp ein Drittel (32 %) zum Flächenumsatz beitragen.

Neben dem skizzierten Trend zu steigendem E-Commerce profitiert der Handel auch von der guten Beschäftigungssituation in Deutschland, dem stabilen Verbrauchervertrauen sowie relativ hohen Tarifabschlüssen.

Flächenumsatz außerhalb der großen Ballungsräume sinkt

Im Gegensatz zum bundesweiten Trend ist der Flächenumsatz außerhalb der großen Ballungsräume im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. Insgesamt konnten hier in den ersten drei Monaten 484.000 Quadratmeter Logistik- und Lagerflächen umgesetzt werden.

Das entspricht einem Rückgang um rund 27 Prozent. Verantwortlich hierfür ist vor allem die im Vergleich zum ersten Quartal 2013 geringere Anzahl großflächiger Eigennutzerprojekte. Von den insgesamt 14 Logistikregionen, die BNP Paribas Real Estate außerhalb der sieben bedeutenden Logistikmärkte regelmäßig analysiert, legten vor allem Hannover/Braunschweig sowie Mannheim gegen den Trend deutlich zu. Mit einem Flächenumsatz von 104.000 Quadratmetern rangiert Hannover/Braunschweig klar an erster Stelle der sonstigen Logistik-Hubs. Auch in Mannheim stieg der Flächenumsatz spürbar auf 45.000 Quadratmeter an. Auf ein vergleichbares Umsatzvolumen (45.000 m²) kommt bislang das Ruhrgebiet, wo das Ergebnis aber etwa 26 Prozent niedriger liegt als im Vorjahreszeitraum.

Flächenumsatz in den Top 7 entwickelt sich besonders positiv

Anders als im restlichen Bundesgebiet hat sich der Flächenumsatz in den sieben bedeutenden Logistikmärkten (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig, München) ausgesprochen positiv entwickelt. Mit 597.000 Quadratmetern wurde das vergleichbare Vorjahresergebnis um stolze 49 Prozent übertroffen.

Mit Ausnahme von Leipzig, wo mit 46.000 Quadratmeter knapp ein Drittel weniger umgesetzt wurde, konnten alle Ballungsräume deutlich zulegen. Mit Abstand am meisten Flächenumsatz verzeichnete das Marktgebiet Frankfurt mit 175.000 Quadratmetern (+40 %). Auf Platz zwei folgt Hamburg mit 126.000 Quadratmetern (+114 %), wobei dieses sehr gute Resultat ohne einen außergewöhnlichen Großabschluss zustande kam.

Ebenfalls im sechsstelligen Umsatzbereich liegt Berlin mit 104.000 Quadratmetern (+131 %), wozu ein Abschluss von Rocket Internet über 28.000 Quadratmeter in Ludwigsfelde maßgeblich beigetragen hat. Aber auch München mit 52.000 Quadratmetern (+44 %), Düsseldorf mit 48.000 Quadratmetern (+41 %) und Köln mit 46.000 Quadratmetern (+31 %) verbesserten ihr Resultat spürbar.

Leichter Anstieg der Spitzenmieten
In den vergangenen zwölf Monaten haben die Spitzenmieten an den sieben wichtigsten deutschen Standorten durchschnittlich um knapp zwei Prozent zugelegt. Den stärksten Zuwachs verzeichnete Köln mit rund vier Prozent, gefolgt von München mit mehr als drei Prozent. Aber auch in Düsseldorf, Hamburg und Leipzig war ein Anstieg um jeweils rund zwei Prozent zu beobachten.

Dagegen blieben die Höchstmieten in Berlin und Frankfurt im vergangenen Jahr stabil. Teuerster Standort in Deutschland bleibt die bayerische Landeshauptstadt mit einer Top-Miete von 6,50 Euro pro Quadratmeter. Auf den weiteren Plätzen folgen Frankfurt mit 6,20 Euro pro Quadratmeter, Hamburg mit 5,70 Euro pro Quadratmeter, Düsseldorf mit 5,20 Euro pro Quadratmeter und Köln mit fünf Euro pro Quadratmeter.

Weniger als fünf Euro pro Quadratmeter sind in Berlin (4,70 €/m²) und Leipzig (4,35 €/m²) anzusetzen. Günstiger können qualitativ hochwertige Logistikflächen dagegen beispielsweise im Ruhrgebiet (4,30 €/m²) oder in der Region Münster Osnabrück (3,50 €/m²) angemietet werden.

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