03.11.2014 | TU München

Finanzierungen von Projekten scheitern häufig am Antrag

Jeder vierte Antrag erfüllt die Anforderungen nicht
Bild: Haufe Online Redaktion

Finanzierungen von Projektentwicklungen scheitern häufig an der mangelhaften Qualität der Anträge. Das zeigt eine Studie der Technischen Universität München in Zusammenarbeit mit René Reif Consulting. Ziel des Forschungsvorhabens ist die Erarbeitung eines Codexes zur Standardisierung.

Eine Ursache: Finanzierer und Entwickler haben unterschiedliche Vorstellungen über die Relevanz von Projekt- und Marktinformationen für eine Finanzierungszusage. Diese offenkundigen gegenseitigen Defizite hinsichtlich der Bedürfnisse und Möglichkeiten beider Seiten ist Gegenstand der Studie.

Für die Datenerhebung wurden bundesweit mehr als 1.000 Führungskräfte aus Unternehmen der Projektentwicklung und aus Finanzierungsinstituten befragt.

Jeder vierte Antrag erfüllt weder die Anforderungen an Qualität noch an Quantität der erforderlichen Informationen aus Sicht der Kapitalgeber. Die Untersuchung hat bestätigt, dass die Anforderungen an Qualität und Quantität von Finanzierungsanträgen in den letzten zwei Jahren gestiegen sind und nach Auffassung sowohl der Kapitalgeber (KG) als auch der Projektentwickler (PE) in den nächsten zwei Jahren noch weiter steigen werden. Daraus ergibt sich die Schlussfolgerung, dass die Risikobereitschaft der kapitalgebenden Institute bezüglich der Finanzierung von Immobilienprojektentwicklungen weiter sinkt, was zu einer höheren Selektion bei der Kreditvergabe führt. Daraus lässt sich eine Verschärfung des Qualitätswettbewerbs unter Immobilienprojektentwicklungen bei der Finanzierungsanfrage ableiten.

Auch wenn Einigkeit zwischen Kapitalgebern und Projektentwicklern besteht, dass die Anforderungen gestiegen sind, ist es umso erstaunlicher, dass 30 Prozent der befragten Projektentwickler angeben, die Anforderungen der Kapitalgeber nicht zu kennen oder diese nicht als hinreichend genug kommuniziert empfinden. Jeder zweite Projektentwickler würde aktuell das Scheitern einer Finanzierungsanfrage mit den zu hohen Anforderungen der Banken an Finanzierungsanträge begründen.

Anforderungen an Finanzierungsanträge zu hoch oder nicht kommuniziert

Als mögliche Auswirkungen eines mangelhaft gestellten Finanzierungsantrags wurden sowohl eine Verzögerung des Finanzierungsprozesses als auch das Sinken der Finanzierungsbereitschaft identifiziert.

Die Mehrheit der Befragten Projektentwickler und Kapitalgeber halten mit zirka 78 Prozent Zustimmung das Verfassen eines standardisierten Finanzierungskodexes für möglich. Die Kapitalgeber gehen mit 72,6 Prozent Zustimmung davon aus, dass dadurch eine Optimierung des Prozesses der Kreditgewährung zu erwarten ist. Die Erhöhung der Erfolgsquote von Finanzierungsanfragen erwarten dadurch 67,7 Prozent der Kapitalgeber und eine Mehrzahl der Projektentwickler.

Konfliktpotenzial hinsichtlich der Anforderungen an Finanzierungsanträge zeigt sich auch darin, dass auf Basis der Umfrageergebnisse Kapitalgeber und Projektentwickler die Wichtigkeit der im Rahmen der Finanzierungbeantragung zu erbringenden Nachweise zum Teil signifikant unterschiedlich beurteilen.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Immobilienfinanzierung, Projektentwicklung

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