10.10.2012 | Expo Real

Finanzierung von Projektentwicklungen unverändert schwierig

Mittelfristig ist Entspannung der Situation in Sicht
Bild: Haufe Online Redaktion

Unter dem Titel "European Property Finance Trends" hat EC Harris, eine Arcadis-Tochter, auf der Expo Real 2012 die Ergebnisse ihrer Befragung von 29 europäischen Banken vorgestellt: Die Finanzierung von Development-Projekten bleibt schwierig, entspannt sich jedoch mittelfristig.

Im Rahmen der Befragung wird die Einschätzung der Experten zu aktuellen Marktkonditionen in den großen west- und mitteleuropäischen Märkten erhoben und zur weiteren Entwicklung abgefragt. Nach Ansicht der 48 befragten Banker aus acht europäischen Ländern bleibt die Finanzierung von Projektentwicklungen schwierig.

Rund die Hälfte (48 Prozent) der Befragten gab an, dass die Kreditvergabe in den vergangenen zwölf Monaten weiter zurückgegangen ist. Im Gegenzug zeigten sich die Experten aber im Vergleich zum Vorjahr deutlich optimistischer mit Blick auf die weitere Entwicklung: 57 Prozent gehen in den nächsten fünf Jahren von einer Zunahme der Finanzierungsbereitschaft für Immobilienprojekte aus.

Finanzkrise in der Eurozone ist das größte Hindernis

Der Optimismus ist dabei in Europa nicht gleich verteilt: Während in Großbritannien die Stimmung deutlich besser wird, bleiben die Banken in Kontinentaleuropa vorsichtiger. Auch dort wird das Projektentwicklungsgeschäft von den Banken positiver eingeschätzt. Relativ kurze Laufzeiten und hohe Verzinsung locken die Banken. Die anhaltende Finanzkrise in der Eurozone ist offensichtlich das größte Hindernis für eine positive Marktentwicklung; die Befragten nennen das Ende der Krise als wichtigste Voraussetzung für mehr Kredite.

Doch auch Basel III und die damit einhergehenden Eigenkapitalvorschriften bremsen den Optimismus. Die Banken dürften deshalb nur schrittweise in die Märkte zurückkehren, dabei in erster Linie mit Projektentwicklern zusammenarbeiten, die man lange kennt und deren Verlässlichkeit bewiesen ist.

Hinzu kommt, dass Banken Projekte bevorzugen, bei denen entweder bereits der Weiterverkauf an einen Investor gesichert ist (87 Prozent) oder ein finanzstarker Investmentpartner des Projektentwicklers zusätzliches Eigenkapital bereitstellt (74 Prozent). Insbesondere kontinentaleuropäische Banken ziehen es inzwischen meist vor, die Finanzierung direkt an den Investmentpartner auszureichen.

Interessante Wendung mit Blick auf das Thema Distressed Asset

Eine interessante Wendung zeichnet sich mit Blick auf das Thema Distressed Asset / Forderungsverkauf ab. Vor zwölf Monaten stand der sofortige Verkauf der Finanzierungen eines Projekts oder die Übernahme der Immobilie in den eigenen Bestand noch ganz im Fokus. Nur ein Viertel der Banken wollte eine Restrukturierung in Zusammenarbeit mit dem Projektentwickler angehen.

Dieser Wert hat sich auf 74 Prozent verdreifacht, während der direkte Verkauf nur noch von fünf Prozent vorgezogen wird. Zusammen mit der – zumindest zeitweisen – Übernahme in den Bestand (21) ist nur
noch ein Viertel der Banken bereit, über kurz oder lang Forderungen am Finanzmarkt zu veräußern.

Schlagworte zum Thema:  Immobilienfinanzierung, Projektentwicklung

Aktuell

Meistgelesen