11.04.2017 | Engel & Völkers

Ferienhäuser: Sylt, Tegernsee und Chiemsee am teuersten

Für Liebhaberobjekte auf Sylt werden bis zu 16 Millionen Euro bezahlt.
Bild: Engel & Völkers Kampen

Der Markt für Ferienunterkünfte bleibt dynamisch, wie der "Ferienimmobilien Marktbericht Deutschland" von Engel & Völkers zeigt. Preissteigerungen wurden vor allem in sehr guten und guten Lagen ausgemacht. Ferienhäuser in Sylt, Tegernsee und Chiemsee sind demnach am teuersten. Für Sylter Häuser im Premiumsegment wurden im ersten Quartal 2017 bis zu zwölf Millionen Euro bezahlt, vor einem Jahr lagen die entsprechenden Preise noch bei zehn Millionen Euro.

Sylt toppt demnach alles, aber direkt dahinter folgen die bayrischen Feriendestinationen Tegernsee und Chiemsee. Auch dort pendelten sich laut Engel & Völkers die Angebotspreise auf hohem Niveau ein: Am Tegernsee lagen die Preise bei bis zu sechs Millionen Euro und am Chiemsee bei bis zu 3,5 Millionen Euro.

"Vielerorts trifft die ungebrochen hohe Nachfrage nach Ferienimmobilien auf ein begrenztes Angebot und führt zum Anzug des Preisniveaus", sagt Kai Enders, Vorstandsmitglied der Engel & Völkers AG.

Höchstpreise für Liebhaberobjekte auf Inseln und in Bergregionen

Für ausgesuchte Liebhaberobjekte, deren Preise sich aufgrund einer exklusiven Lage und der Angebotsknappheit vom übrigen Marktgeschehen abkoppeln, zeichneten sich Engel & Völkers zufolge an den drei genannten Top-Standorten noch weitaus höhere Preise ab.

Auf Sylt stieg der Kaufpreis für Ausnahmeobjekte im ersten Quartal 2017 auf 16,5 Millionen Euro (2016: 15 Millionen Euro). Damit lagen die Liebhaberpreise auf der Nordseeinsel rund ein Drittel höher als an den zweitplatzierten Standorten Tegernsee und Chiemsee. Hier blieb der Höchstpreis mit jeweils bis zu zehn Millionen Euro auf dem Stand des Vorjahres.

Neben Sylt beobachtete Engel & Völkers bei Ferienhäusern auch an weiteren Destinationen Preissteigerungen in den sehr guten Lagen. Grund für die Entwicklung sei der hohe Nachfrageüberhang. In Sylt wurde zudem der Bau von Ferienwohnungen eingeschränkt. Unter den Insel- und Küstenstandorten verfügte auch Travemünde sowie in der Alpenregion Garmisch-Partenkirchen über ein hohes Preiswachstum.

Ferienwohnungen: Tegernsee verzeichnet mit die höchsten Preisanstiege

Auch bei Ferienwohnungen sind die Kaufpreise in den Toplagen mehrheitlich gestiegen. Das gilt für die drei teuersten Standorte Sylt, Norderney und Tegernsee, für viele Ostseeregionen, aber auch für den Süden Deutschlands.

Auf Sylt und Norderney erhöhten sich die Angebotspreise im ersten Quartal 2017 auf bis zu 15.000 Euro pro Quadratmeter (2016: beide 14.000 Euro), gefolgt von Tegernsee mit bis zu 12.000 Euro (2016: 10.000 Euro). Damit zählte die bayrische Destination zu den untersuchten Standorten mit dem höchsten Preiswachstum für Ferienwohnungen.

Parallel zu den lokalen Spitzenpreisen zogen an einigen Standorten auch die Liebhaberpreise für erstklassige Ferienwohnungen an. Auf Sylt erhöhte sich der Quadratmeterpreis für solche herausragenden Immobilien auf bis zu 20.000 Euro (2016: 17.000).

Käufer aus Nordrhein-Westfalen lösen Hamburger als größte Gruppe ab

Zusätzlich zur Preisentwicklung betrachtete Engel & Völkers im Marktbericht die Herkunft der Käufer für das Jahr 2016. Nach wie vor sind es die nationalen Käufer, die den deutschen Markt für Ferienwohnungen und Zweitwohnsitze dominieren.

Internationale Kunden spielen in den betrachteten Ferienregionen eine untergeordnete Rolle. Allerdings lag der Anteil ausländischer Käufer in der Alpenregion 2016 wesentlich höher als an den Küstenstandorten. Sie waren insbesondere in Garmisch-Partenkirchen aktiv und tätigten dort 13 Prozent der von Engel & Völkers vermittelten Ferienimmobilienkäufe (2015: vier Prozent).

Unter den deutschen Käufern lösten im Jahr 2016 die nordrhein-westfälischen Käufer die Hamburger auf Sylt als größte Käufergruppe des Immobilienunternehmens ab. Tätigten Kunden aus Nordrhein-Westfalen 2015 noch zehn Prozent der Käufe von Ferienimmobilien, stieg ihr Anteil 2016 auf knapp ein Drittel an.

Weitere Preissteigerung für Ferienimmobilien erwartet

Für das erste Quartal 2017 registrierte Engel & Völkers steigende Angebotspreise für Ferienimmobilien an einem Großteil der 24 betrachteten Standorte. In den Toplagen wird das Angebot hochwertiger Ferienobjekte nach Einschätzung von Engel & Völkers auch weiterhin limitiert bleiben. Ein Grund hierfür seien neben begrenzten Neubaumöglichkeiten etwa angesichts der Insellage auch das restriktive Baurecht.

"Wir gehen davon aus, dass das Interesse an Ferienimmobilien im eigenen Land auch in naher Zukunft ungebrochen hoch sein wird", sagt Kai Enders.

Aufgrund des anhaltenden Ungleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage gebe es vor allem in den Bestlagen weiteres Wertsteigerungspotenzial. Objekte in diesen Lagen stellten ein lohnendes Investment dar, weil Eigentümer neben der Eigennutzung von einer guten Vermietbarkeit profitieren könnten.

Vielerorts werden allerdings Mietwohnungen ohne Genehmigung als Ferienwohnungen angeboten: Einige Städte und Gemeinden haben Zweckentfremdungsverbote erlassen.

Schlagworte zum Thema:  Ferienhaus, Immobilienmarkt

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