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Studie: Fehlende Paketverkäufe drücken Umsatz mit Gewerbeimmobilien

Überraschung Hamburg: Hier hat der Umsatz um 17 Prozent auf 953 Millionen Euro zugelegt.
Bild: Verena Münch ⁄

Im ersten Quartal 2016 wurden bundesweit 8,3 Milliarden Euro in Gewerbeimmobilien angelegt und damit rund 14 Prozent weniger als im außergewöhnlich guten Vorjahr. Das ergibt eine Analyse von BNP Paribas Real Estate. Gefehlt haben vor allem große Paketverkäufe. Nach Assetklassen untersucht liegen Büroinvestments mit einem Umsatzanteil von 42 Prozent in Führung.

Insgesamt wurden im ersten Quartal 6,38 Milliarden Euro (und damit etwa 77 Prozent) des Gesamtumsatzes in Einzelobjekte investiert. Mit mehr als 400 Verkäufen konnten nahezu so viele Transaktionen wie im Vorjahr registriert werden.

Großdeals im dreistelligen Millionenbereich, von denen im ersten Quartal lediglich vier registriert wurden, sind bislang allerdings Mangelware. Der durchschnittliche Umsatz pro Verkaufsfall blieb mit rund 16 Millionen Euro stabil.

Paketverkäufe gehen um 39 Prozent zurück

Bei Paketverkäufen war ein deutlicher Rückgang um 39 Prozent zu verzeichnen, sodass der Jahresauftakt mit 1,94 Milliarden Euro schwächer ausfiel als in den drei Vorjahren.

Zu berücksichtigen ist allerdings, dass 2014 das so genannte Leo-I-Paket für eine Milliarde Euro und 2015 die Übernahme von Corio durch Klépierre (ebenfalls mit rund einer Milliarde Euro) zu Buche schlugen. Ein derartiger Großdeal hat in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres nicht stattgefunden.

Ausländische Investoren mit 33 Prozent dabei

Aufgrund des bisher geringeren Anteils an Portfolioverkäufen, bei denen ausländische Investoren traditionell den höchsten Beitrag haben, fällt ihre Beteiligung am bisherigen Umsatz mit 33 Prozent vergleichsweise niedrig aus. Mit rund 52 Prozent stellen sie im Segment der Paketverkäufe allerdings weiterhin die aktivste Anlegergruppe. Ihr Anteil bei Einzeltransaktionen liegt dagegen lediglich bei gut 27 Prozent.

Den mit Abstand größten Beitrag leisten bislang europäische Investoren, auf die 59 Prozent des ausländischen Kapitals entfallen. Etwa halb so viel (31 Prozent) tragen nordamerikanische Anleger bei. Mit rund vier Prozent liegt das Engagement asiatischer Käufer noch auf einem niedrigen Niveau, wobei sich ihr Anteil im Laufe des Jahres spürbar erhöhen dürfte.

Einzelhandelsobjekte nach Büroimmobilien am begehrtesten

Das mit Abstand höchste Transaktionsvolumen konnten erneut Büroobjekte generieren, die 42 Prozent (3,48 Milliarden Euro) zum Ergebnis beitragen. Mehr als 82 Prozent hiervon entfallen auf Einzeldeals.

Auf Platz zwei folgen erwartungsgemäß Einzelhandelsobjekte mit 22 Prozent (1,82 Milliarden Euro), bei denen der Paketanteil mit knapp 42 Prozent deutlich höher liegt. Vor allem in Fach- und Supermarkt-Portfolios wurde umfangreich investiert.

Mit knapp zehn Prozent (818 Millionen Euro) belegen Logistikinvestments Rang drei und setzen damit ihren schon seit Längerem zu beobachtenden Aufwärtstrend fort.

Hoteldeals nehmen zu

Das drittbeste Ergebnis aller Zeiten erreichen Hoteltransaktionen mit 687 Millionen Euro (rund acht Prozent), wobei hervorzuheben ist, dass dieses Resultat ohne Paketverkäufe erzielt wurde. Nur bezogen auf Einzeldeals wurde damit ein neuer Umsatzrekord aufgestellt. Auch Sozialimmobilien (insbesondere Pflegeheime), auf die fünf Prozent des Transaktionsvolumens entfallen, entwickeln sich zunehmend zu einer wichtigen Assetklasse.

46 Prozent des Investitionsvolumens entfallen auf die Top 6

Rund 46 Prozent des Investmentvolumens entfallen der Studie zufolge auf die großen deutschen Standorte Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln und München, die in der Summe 20 Prozent weniger Umsatz verzeichneten als im Vorjahr. Vor allem Berlin, Frankfurt und München mussten Rückgänge hinnehmen.

Hier spiegelt sich einerseits das begrenzte Angebot im großvolumigen Core-Segment wider, andererseits aber auch das deutlich geringere Volumen anteilig eingerechneter Portfoliodeals, wodurch sich der Großteil der Einbußen erklären lässt.

Mit einer Milliarde Euro hat sich München im ersten Quartal an die Spitze gesetzt (minus zehn Prozent). Auf Platz zwei folgt überraschend Hamburg, wo der Umsatz um 17 Prozent auf 953 Millionen Euro zugelegt hat.

Der Start in Berlin fiel mit 762 Millionen Euro (minus 41 Prozent) verhalten aus. Ähnlich verlief der Jahresauftakt in Frankfurt mit 603 Millionen Euro (minus 45 Prozent).

Zulegen konnten Düsseldorf mit 280 Millionen Euro (plus sieben Prozent) und Köln mit 197 Millionen Euro (plus 15 Prozent).

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Schlagworte zum Thema:  Studie, Gewerbeimmobilien, Umsatz

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