F+B-Wohn-Index: Entwicklung bei Mieten und Kaufpreisen

Die Kaufpreise für Wohnungen schwankten zuletzt zwar stark, lagen aber schon Mitte April wieder über Vorkrisenniveau, beobachtet das Beratungsunternehmen F+B. Die Mieten zeigen sich von Corona kaum beeindruckt. Die Spannbreite der Preise und Mieten innerhalb einer Stadt ist je nach Wohnlage aber enorm.

Die F+B-Experten hatten bereits in einer Markterhebung im Frühjahr 2019 festgestellt, dass die Mieten vor allem in den Top-Metropolen ausgesprochen stark variieren, daran hat sich kaum etwas geändert. In München etwa lagen die Mieten vor einem Jahr je nach Lage zwischen 9,80 Euro und 30 Euro pro Quadratmeter – im ersten Quartal 2020 wurde je nach Straßenabschnitt für eine typische Wohnung bei Neuvermietung ein Mietzins zwischen neun Euro und 30,50 Euro fällig.

Ähnlich krass sieht es mit der Spannbreite in Hamburg aus: In der Hansestadt schwanken die Mieten zwischen 5,40 bis 22,90 Euro pro Quadratmeter. Auch die Hauptstadt Berlin und die deutlich kleinere Bodensee-"Metropole" Konstanz sind laut F+B mit ihren Werten hervorzuheben – zwischen 5,20 bis 19,40 Euro beziehungsweise 7,40 bis 16,20 streuen die Mieten je nach Quadratmeter. 

Bei den Unterschieden der Preise für eine Eigentumswohnung je nach Straßenabschnitt fallen im ersten Quartal 2020 München (3.400 bis 15.200 Euro pro Quadratmeter), Düsseldorf (2.250 bis 10.190 Euro), Hamburg (2.120 und 12.040 Euro), Berlin (1.560 bis 10.470 Euro) und Mainz (2.280 und 6.320 Euro) auf.

Corona-Shutdown: weniger inserierte Wohnungen bei schwankenden Mieten und Preisen

In einer gesonderten "Corona"-Auswertung des Zeitraums 2. März bis 19. April beobachteten die F+B-Forscher ab dem 16. März – also dem Zeitpunkt des Shutdowns wegen der Corona-Pandemie – einen Rückgang der Zahl neu inserierter Mietwohnungen bundesweit um bis zu 38 Prozent. Zuletzt habe sich das Minus aber auf 15 Prozent reduziert, so die Immobilienspezialisten. In den sieben größten deutschen Städten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart schrumpfte die Zahl der Anzeigen um bis zu 40 Prozent – zuletzt betrug das Minus noch rund elf Prozent. Das Angebot an Eigentumswohnungen sank vor allem in den Top-7-Städten.

Bei den Mieten ermittelte F+B in diesem Zeitraum in den Top 7 Veränderungen von minus 1,4 bis minus drei Prozentpunkte – bundesweit zwischen minus 0,2 und plus 2,2 Prozentpunkten.

"Somit lassen sich bei der Analyse der Mietpreisentwicklung keine beziehungsweise kaum Corona-Effekte erkennen." F+B-Geschäftsführer Bernd Leutner

Neuvertragsmieten: Tendenz eher steigend

Im gesamten ersten Quartal 2020 zogen die Neuvertragsmieten laut F+B nach einer zwölfmonatigen Stagnation um 0,6 Prozent an im Vergleich zum Schlussquartal 2019 – im Bestand waren es F+B zufolge 1,2 Prozent. Demnach sind nur noch in 13 der 50 teuersten Städte Deutschlands die Mieten gesunken – zuvor waren es 23 Städte. Etwa in der Bundeshauptstadt Berlin ließen die Durchschnittsmieten zwischen dem vierten Quartal 2019 und dem ersten Quartal 2020 von 9,16 Euro auf 8,94 Euro pro Quadratmeter nach.

Die Preise für Eigentumswohnungen lagen laut F+B zum 19. April bundesweit um 2,6 Prozent über dem Preisniveau von Anfang März. Im Jahresvergleich der ersten Quartale verteuerten sie sich um 6,1 Prozent. In den Top-7-Städten stiegen sie um durchschnittlich 5,3 Prozent. In Stuttgart, München, Hamburg und Frankfurt war der Anstieg wegen der anhaltend hohen Nachfrage von Selbstnutzern und Kapitalanlegern am höchsten. Spitzenreiter bleibt München mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 7.240 Euro pro Quadratmeter.

"Insgesamt warnen wir nachdrücklich vor Panikmache und vorschnellen Schlussfolgerungen 'aus dem Bauch' auf der Grundlage scheinbar plausibler Hypothesen", so F+B-Geschäftsführer Leutner. Die Auswertung sei jedoch nur eine Momentaufnahme.


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