| FAP Immobilien Barometer

Nachfrage nach Krediten aus der Immobilienwirtschaft wächst

Die Bereitschaft zur Finanzierung ist da
Bild: Rainer Sturm ⁄

Die Bereitschaft für die gewerbliche Immobilienfinanzierung in Deutschland ist wider Erwarten gut. Zu diesem Ergebnis kommt ein Barometer der Flatow AdvisoryPartners (FAP) und von BulwienGesa.

Auf der Skala von minus 15 (Kreditklemme) bis plus 15 (liquider Markt) steht das FAP-Barometer bei dem Wert plus 5,8 (gute Finanzierungsbereitschaft). Die befragten Finanzierer attestieren dem Markt damit eine gute Versorgung. Die Kreditnachfrage und das Kreditneugeschäft werden von den Finanzierungsexperten als gut eingestuft. Diese Ergebnisse liefert das erstmalig durch Flatow AdvisoryPartners (FAP) und BulwienGesa durchgeführte "FAP-Barometer für Gewerbliche Immobilienfinanzierung". Das Barometer befragt Kreditgeber und hierbei neben etablierten Akteuren wie Banken auch neue Finanzierer (Versicherer, Kreditfonds, Versorgungswerke), die auf der Suche nach Engagements im deutschen Immobilienfinanzierungsmarkt sind.

Wachstum im Neugeschäft

Über die Hälfte (54,4 Prozent) der Befragten sehen sich im dritten Quartal 2012 mit einer erhöhten Nachfrage nach gewerblichen Immobilienkrediten konfrontiert. Eine gleichbleibende Nachfrage sehen 41,3 Prozent, während 4,4 Prozent der Panel-Teilnehmer eine sinkende Nachfrage feststellen. Entsprechend zeigt auch die Frage nach dem Neugeschäft ein positives Bild: 53,5 Prozent der befragten Finanzierer schließen derzeit Neugeschäfte ab. Im Vergleich zum Vorquartal ist dieser Wert sogar als ansteigend zu betrachten. 32,6 Prozent erleben ein gleichbleibendes Niveau im Neugeschäft, während 14,0 Prozent eine sinkende Zahl von Neugeschäften im dritten Quartal 2012 registrieren.

Das Gros der Kreditvolumen im Neugeschäft liegt in einem Rahmen von 10 bis 50 Millionen Euro, 64,3 Prozent der neuen Kreditgeschäfte finden auf diesem Niveau statt. 19 Prozent der Neugeschäfte liegen bei einem Kreditvolumen in Höhe von 50 bis 100 Millionen Euro. Volumina von unter 10 Millionen Euro werden bei 16,7 Prozent der Neugeschäfte abgeschlossen.

In diese Immobilienklassen wird investiert

Bei Investments im Bestand ist die Finanzierungsbereitschaft von einem klassischen Bild geprägt: Wohnimmobilien werden als risikoärmste Immobilienklasse angesehen und damit am ehesten finanziert. Auf Platz zwei liegen Büroimmobilien, gefolgt von Handelsobjekten. Auf den Rängen vier bis sieben folgen Logistikimmobilien, Hotels, Studentenwohnungen/ Serviced Apartments und Sozialimmobilien. Bei Projektentwicklungen zeigt sich ein etwas anderes Bild. Auch hier sind auf den Rängen eins und zwei Wohnungen und Büros als bevorzugte Assetklassen der gewerblichen Immobilienfinanzierung zu nennen, Handelsimmobilien liegen auf Rang drei. Logistikimmobilien und Studentenwohnungen/ Serviced Apartments folgen, allerdings sind sie als Projektentwicklung weniger begehrt als Bestandsobjekte. Bei Hotels und Sozialimmobilien ist das Finanzierungsinteresse vergleichsweise gering.

Immer wichtiger werden alternative Finanzierungsinstrumente, bereits 46,3 Prozent der Befragten erkennen eine zunehmende Nachfrage, vor allem das Real Estate Private Equity wird als Hauptinstrument benannt.

Schlagworte zum Thema:  Marktanalyse

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