04.04.2013 | Hahn Retail Report

Fachmarktzentren nehmen in der Bedeutung weiter zu

Fachmärkte ziehen Investoren derzeit besonders an
Bild: SGBD Deutschland GmbH

Eine Update-Umfrage zum Hahn Retail Real Estate Report 2012/2013 zeigt: Die Nachfrage nach Fachmarktzentren nimmt gegenüber 2012 weiter zu. Rund 79 Prozent der befragten Investoren legen ihren Investitionsfokus auf diesen Objekttyp (2012: 67 Prozent).

Generell bleibt die Nachfrage am Markt für Einzelhandelsimmobilien nach wie vor hoch. 47 Prozent der Immobilien-Investoren wollen in den nächsten zwölf Monaten am deutschen Handelsimmobilienmarkt zukaufen. Allerdings ist dies ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr (2012: 68 Prozent). 20 Prozent der Befragten planen sogar Verkäufe. 70 Prozent der Investoren führen den Rückgang am Transaktionsmarkt auf das begrenzte neue Angebot in diesem Marktsegment zurück. Auch die Finanzierungsbedingungen gelten mit 43 Prozent aus Sicht der Investoren als Hinderungsgrund.

Dies sind Ergebnisse der Expertenbefragung von Immobilieninvestoren und Einzelhändlern als Update zum jährlich erscheinenden Hahn Retail Real Estate Report. Der Hahn Retail Real Estate Report wurde zuletzt im September 2012 veröffentlicht.

Renditen bleiben stabil

Aus Sicht der Investoren bleiben die Renditen bei Einzelhandelsimmobilien stabil. Rund 77 Prozent der Befragten rechnen auch künftig damit (2012: 65 Prozent). Beliebtester Objekttyp sind Fachmarktzentren, und die vor allem in Regionalzentren und Mittelstädten: Rund 79 Prozent richten ihr Interesse auf Fachmarktzentren, das sind zwölf Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr.

Mit Abstand folgen Shopping-Center und Geschäftshäuser beziehungsweise High-Street-Objekte als bevorzugte Objekttypen (beide 43 Prozent; Mehrfachnennungen möglich). Auch SB-Warenhäuser stehen künftig verstärkt im Fokus der Investoren: 36 Prozent der befragten Investoren gaben an, bevorzugt in SB-Warenhäuser investieren zu wollen. Im Vorjahreszeitraum gaben dies lediglich 14 Prozent an.

Objekte mit Revitalisierungsbedarf gefragt

Bei den Zukäufen setzen 50 Prozent der befragten Investoren zunehmend auf Value-Add-Immobilien, also solche Objekte mit Revitalisierungsbedarf. Neue, langfristig vermietete Objekte (Core-Objekte) bieten für 50 Prozent der Befragten die besten Investitionschancen. Etablierte Objekte mit kurzen bis mittleren Laufzeiten sind für 40 Prozent der Befragten die erste Wahl. Projektentwicklungen werden dagegen als weniger aussichtsreich eingestuft: Nur 23 Prozent der Befragten sehen hier die besten Investitionschancen. 

Online-Handel bestimmend in der Zukunft

Die Konkurrenz durch den E-Commerce und auch den demografischen Wandel werden für Investoren auch künftig eine wichtige Rolle bei der Investitionsentscheidung spielen. So sehen je 60 Prozent der Befragten diese Faktoren als die bedeutendsten Themen in den nächsten Jahren an. Aus Investorensicht haben vor allem baurechtliche Restriktionen in ihrer Bedeutung für Investitionen mit 53,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr (40 Prozent) zugenommen.

Der Online-Handel wirkt sich nicht in allen Segmenten gleichermaßen aus. Im Lebensmittelbereich geben 69 Prozent der Befragten an, dass der Online-Handel keine nennenswerten Auswirkungen hat. Auch im Drogeriesegment und bei Baumärkten wird die Bedeutung als gering eingestuft. Im Textilsegment ist dies jedoch anders. Rund 54 Prozent erwarten neue Anforderungen an Immobilien und Flächen.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Fachmarkt

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